Aktualisiert 09.08.2015 16:31

Einachser-Rennen

«Geil, ein wenig Dreck zu fressen»

Das Einachser-Rennen lockte dieses Wochenende rund 4000 Besucher nach Lanterswil. Die Fahrer hatten im Vorfeld viel Zeit in ihre Fahrzeuge investiert.

von
Raphael Rohner
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Am zehnten und letzten Einachser-Rennen in Lanterswil...

Am zehnten und letzten Einachser-Rennen in Lanterswil...

RAR
...kamen rund 4000 Besucher und 107 Rennfahrer. Das freut John Koller (57), OK-Präsident des Rennens. Er selbst bezeichnet die Einachser als «die etwas verrückten Lanterswiler.» Koller will aufhören...

...kamen rund 4000 Besucher und 107 Rennfahrer. Das freut John Koller (57), OK-Präsident des Rennens. Er selbst bezeichnet die Einachser als «die etwas verrückten Lanterswiler.» Koller will aufhören...

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...wenns am schönsten ist. «In Lanterswil ist es einfach geil!...

...wenns am schönsten ist. «In Lanterswil ist es einfach geil!...

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«Mein Einachser könnte theoretisch 150 Kilometer pro Stunde schnell fahren mit seinem 85 PS starken Motor», erzählt der 36-jährige Roman aus Märwil. Er ist einer der 107 Fahrer, die am Sonntag in Lanterswil TG zum Einachser-Rennen antraten. Die Fahrer fuhren in unterschiedlichen Kategorien im Zeitfahren gegeneinander an. Für den gelernten Lastwagenchauffeur ist das Rennen in Lanterswil der Jahreshöhepunkt: «Das Heimrennen fahren zu können ist schon ein wunderbares Gefühl. Schon wegen den Leuten hier, das gibt einem einen richtigen Kick.»

Zwei weitere Fahrer sind Martin (22) und Patrick (19) aus Bussnang. Sie wurden vor einigen Jahren vom Einachser-Fieber angesteckt und haben einen eigenen originalen Rennwagen am Start. Den beiden geht es vor allem um den Spass an der Sache: «Man trifft hier haufenweise Leute mit dem gleichen Hobby. Zudem ist es doch geil, ein wenig Dreck zu fressen und dann ein Bier mit seinen Freunden zu trinken.»

Aufhören, wenn es am schönsten ist

Das Rennen in Lanterswil wurde vor zehn Jahren das erste Mal durchgeführt. «Wir waren so überrascht, dass unser Rennen solch grossen Anklang findet. Deshalb haben wir es einige Jahre länger organisiert, als ursprünglich geplant», sagt Veranstalter John Koller. Dass das zehnjährige Jubiläum gleichzeitig das Ende der Lanterswiler Einachser-Ära bedeutet, sieht der 57-jährige Koller mit gemischten Gefühlen: «Mit einem lachenden und einem weinenden Auge nehmen wir heute Abschied. Der Anlass ist mir über die Jahre sehr ans Herz gewachsen.» Aber es sei an der Zeit, etwas Neues anzugehen, so Koller weiter. Nach zehn erfolgreichen Jahren könne man sich doch getrost zur Ruhe setzen.

Einachser begeistern Generationen

Am Einachser-Rennen fuhren nebst den aufwändigen Eigenbauten auch Oldtimer und Raritäten um die Wette, so waren zum Beispiel ein 1961er Motrac aus einem Zürcher Werk am Start. Der Fahrer, ein älterer Herr aus der Umgebung, sagte: «Der Motrac war früher der Mercedes der Einachser. Hier kann er nochmal beweisen was er kann.» Während der Motrac zum Start tuckert, sieht sich der 12-jährige Florin Holenstein die Rennwagen mit seinem Vater genauer an. Und er staunt, dass auch Frauen am Start waren: «Ich dachte immer, dass Mädchen nur mit Puppen spielen, hier donnern sie aber mit ihren lauten Traktoren durch den Dreck. Das gefällt mir wahnsinnig.» Sein Vater ist ebenfalls begeistert: «Ich bin erstaunt über die vielen Leute und das Engagement der Fahrer. Sie zeigen voller Stolz ihre Fahrzeuge, an denen sie stundenlang gewerkelt haben.»

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