Laut US-Studie : Geimpfte Schwangere geben Antikörper an Babys weiter

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Laut US-Studie Geimpfte Schwangere geben Antikörper an Babys weiter

Einer Studie aus den USA zufolge geben schwangere Frauen, die eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten haben, Antigene an ihre ungeborenen Babys weiter. Zudem können sie auch später über die Brustmilch Antikörper bekommen.

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Ungeborene Babys bekommen von ihren Müttern, sofern sie geimpft sind, Corona-Antikörper mit. 

Ungeborene Babys bekommen von ihren Müttern, sofern sie geimpft sind, Corona-Antikörper mit.

20min/Celia Nogler
Das hat eine Studie aus den USA ergeben. 

Das hat eine Studie aus den USA ergeben.

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Darum gehts

  • Eine US-amerikanische Studie hat ergeben, dass geimpfte Mütter Antikörper an ihre Babys weitergeben können.

  • Dies sei der Fall bei Schwangeren, die diese an ihre ungeborenen Kinder weitergeben.

  • Und auch bei Babys, die bereits auf der Welt sind, findet die Übertragung der Antigene mittels Brustmilch statt.

Schwangere Frauen geben einer US-Studie zufolge nach einer Corona-Impfung Antikörper an ihr Baby weiter. Später könne es diese auch über die Brustmilch bekommen. Bei den schwangeren und stillenden Frauen selbst führe die Impfung zudem «hochwirksam» zur Bildung von Antikörpern, schrieben Wissenschaftler unter anderem von der Universität Harvard und dem Massachusetts General Hospital in Boston in einer am Donnerstag im Fachjournal «American Journal of Obstetrics and Gynecology» veröffentlichten Studie. Es handele sich um die bislang umfassendste Studie zu diesem Thema.

Die Forscher untersuchten insgesamt 131 Frauen, davon 84 schwanger, 31 stillend, und 16 weder noch. Allen wurde der Corona-Impfstoff vom Mainzer Unternehmen Biontech und seinem US-Partner Pfizer oder dem vom US-Unternehmen Moderna verabreicht. Das daraufhin erreichte Antikörper-Level sei bei jeder der drei Gruppen von Frauen vergleichbar hoch gewesen, hiess es. Zudem seien Nebenwirkungen selten und ebenfalls ähnlich gewesen.

Zusätzlich verglichen die Forscher die Antikörper-Level nach einer Corona-Infektion mit denen nach einer Impfung jeweils während der Schwangerschaft und fanden heraus, dass letztere deutlich höher lagen. Ausserdem entdeckten die Wissenschaftler Antikörper im Nabelschnur-Blut und in Proben von Muttermilch.

Schwangere öfters von schweren Corona-Verläufen betroffen

«Diese Nachrichten von herausragender Impf-Wirksamkeit sind sehr ermutigend für schwangere und stillende Frauen, die in die anfänglichen Impfstoff-Studien nicht einbezogen waren», sagte Andrea Edlow vom Massachusetts General Hospital. «Diese Informationslücken mit echten Daten zu füllen ist der Schlüssel – besonders für unsere schwangeren Patienten, die ein grösseres Risiko für einen schwereren Covid-Verlauf haben.»

Schwangere, die sich mit dem Corona-Virus infizieren, haben nach Einschätzung der US-Gesundheitsbehörde CDC ein höheres Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken. Die CDC rät Schwangeren nicht von einer Impfung ab. In vielen US-Bundesstaaten werden Schwangere bevorzugt geimpft.

In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts die Anwendung von mRNA-Impfstoffen und von Vektorimpfstoffen in der Schwangerschaft «derzeit nicht». Die Datenlage sei «aktuell nicht ausreichend». Bei Schwangeren mit Vorerkrankungen könne in Einzelfällen aber eine Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen. Es sei aber unwahrscheinlich, «dass eine Impfung der Mutter während der Stillzeit ein Risiko für den Säugling darstellt».

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

(DPA/lub)

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