Aktualisiert 20.08.2013 09:42

Polizei stürmt RathausGeiselnahme in Ingolstadt beendet

Die beiden letzten Geiseln, die ein Bewaffneter am Montagmorgen im Rathaus von Ingolstadt in seine Gewalt gebracht hatte, sind unverletzt freigekommen. Der Täter konnte verletzt verhaftet werden.

von
bee

Ein 24-jähriger Mann hat am Montag im Rathaus im süddeutschen Ingolstadt drei Geiseln in seine Gewalt gebracht. Am Abend konnte ein Spezialkommando der Polizei die Geiseln unversehrt in Sicherheit bringen.

Nach einem stundenlangen Nervenkrieg beendete ein Sonderkommando der Polizei um 17.50 Uhr die Geiselnahme. Augenzeugen zufolge waren laute Knallgeräusche zu hören. Der mit einer Pistole bewaffnete Täter wurde verletzt festgenommen, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

Der 24-Jährige, der der Polizei als Stalker bekannt ist, hatte am Vormittag zwei Männer und eine Frau in seine Gewalt gebracht. Der Rathausmitarbeiterin soll er zuvor nachgestellt haben.

Der vorbestrafte Mann hat laut Polizei schon längere Zeit massive psychische Probleme. Der Täter habe wegen des Stalkings der Mitarbeiterin Hausverbot im Rathaus gehabt, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. In den vergangenen Wochen sei der Konflikt eskaliert, nachdem der Mann gegen das Hausverbot verstossen habe.

Erste Freilassung am Nachmittag

Neben der jungen Frau und einem weiteren Rathausmitarbeiter befand sich unter den Geiseln zeitweise auch einer der beiden stellvertretenden Bürgermeister von Ingolstadt, der Stadtrat Sepp Misslbeck. Er wurde laut Polizei gegen 14.00 Uhr freigelassen.

Nach der Geiselnahme war das Rathaus in der Ingolstädter Innenstadt weiträumig abgesperrt worden. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort. Auch Spezialkräfte waren im Einsatz, Ambulanzen standen bereit. Die Beamten standen mit dem Täter in Kontakte und verhandelten.

Das Motiv des Mannes blieb zunächst unklar. «Er möchte, dass wir einen Bescheid aufheben», sagte Oberbürgermeister Alfred Lehmann. Unklar sei aber, ob es dabei um das Hausverbot für die Ämter der Stadt gehe.

Wahlkampfauftritt Merkels fällt aus

Die Polizei sprach hingegen von keinen detaillierten Forderungen des Mannes. Kurz vor der Beendigung der Geiselnahme hatte er Tabletten und Essen verlangt. Daraufhin wurde ihm ein Döner ins Rathaus gebracht.

Ein Wahlkampfauftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel direkt vor dem Rathaus wurde wegen der Geiselnahme abgesagt. Einen Zusammenhang zwischen dem geplanten Merkel-Besuch und der Geiselnahme sah die Polizei nicht. Am 15. September finden im Bundesland Bayern Landtagswahlen statt - eine Woche vor der deutschen Bundestagswahl. (bee/sda)

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