Geishas reissen Wunden auf

Aktualisiert

Geishas reissen Wunden auf

Am Donnerstag hätte der Hollywood-Film «Memoirs of a Geisha» in China starten sollen. Nun zieht man im Reich der Mitte die Notbremse. Der Film könnte die Beziehungen zu Japan gefährden.

Der Film «Memoirs of a Geisha» kommt nicht in die chinesischen Kinos. Das beschlossen das Filmbüro und die staatliche Verwaltung für Radio, Film und Fernsehen diese Woche. Grund sind allerdings nicht die sinnlichen Szenen der Hollywood-Produktion von Regisseur Rob Marshall.

Vielmehr ist der Film politisch zu heikel: Mit Zhang Ziyi («Crouching Tiger, Hidden Dragon»), Gong Li («2046») und Michelle Yeoh («Tomorrow Never Dies») spielen nämlich gleich drei Chinesinnen japanische Geishas – und in China werden Geishas schlicht als Prostituierte betrachtet.

Der Film erinnere daran, dass Japan während des Zweiten Weltkriegs Tausende Chinesinnen als Sexsklavinnen gehalten habe, wurde kritisiert. Er sei für die Beziehungen nicht förderlich. Da die Kriegswunden bis heute nicht verheilt sind, demonstriert Regisseur Rob Marshall mit der Besetzung nach der Ansicht von Kritikern kulturelle Ignoranz.

«In den Augen der USA haben ostasiatische Frauen alle gelbe Haut und schwarzes Haar», klagte eine Zeitung. Dabei bestünden zwischen Chinesinnen und Japanerinnen durchaus Unterschiede.

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