07.12.2017 04:57

Swisscom-Gebäude«Geister-Hochhaus» wird von Künstlern neu belebt

Endlich gehen im dunklen, leerstehenden Swisscom-Hochhaus in Ostermundingen wieder die Lichter an: Künstler dürfen das Gebäude zwischennutzen.

von
nla

Das leerstehende ehemalige Swisscom-Gebäude wird für in den nächsten Jahren als Kulturzentrum für Kunstprojekte dienen.

Das markante Hochhaus kennen die Berner als Swisscom-Gebäude – und es ist ein Geisterhaus, denn es steht seit 2014 leer. Doch nun hauchen Künstler dem gruseligen, 19-stöckigen Betonklotz neues Leben ein.

Da die Räumlichkeiten erst in zwei bis drei Jahren wieder vermietet werden, hat die Verwaltung beschlossen, das Haus zwischenzeitlich für Künstler, Musiker und Veranstalter und deren Projekte zur Verfügung zu stellen.

Inspirierende Räume

Das Interesse ist gross: Seit der offiziellen Ausschreibung haben sich bereits 93 Interessenten angemeldet. Ob Kunstausstellungen, Bandauftritte oder sogar kleinere Festivals – die Eigentümer setzen den Künstlern in Sachen Kreativität keine Grenzen. «Wir möchten einzigartigen Shows mit der Zwischennutzung der Fläche eine einmalige Chance bieten», sagt Architekt Dierk Harte.

Begeistert ist auch Peter Kraut, Verantwortlicher der Hochschule für Künste und Musik: «Das Hochhaus weckt sofort Fantasien», sagt er. Auch Kraut packte die Chance, leerstehende Räumlichkeiten für die Projekte seiner Studenten zu nutzen. Diese erhalten somit die Möglichkeit, sich in einem Atelier mit wunderschönem Ausblick auf Bern inspirieren zu lassen. «Für eine Hochschule ist das eine Chance, ganz neue Projekterfahrungen zu sammeln», so Kraut.

85 Bewerbungen in einer Woche

Die Firma Projekt Interim, die auf die Vermittlung von Zwischennutzungen spezialisiert ist, hat gleich die Stockwerke zwei bis fünf gemietet. Anstatt Ateliers einzurichten will das Unternehmen jedoch die Räume als Büros weitervermieten. «Seit dies vor einer Woche auf deren Webseite kommuniziert wurde, sind bereits 85 Bewerbungen eingegangen», so Harte. «Das Hochhaus scheint als Arbeitsplatz sehr beliebt zu sein.»

In den zwei Jahren der Zwischennutzung müssen die Künstler keine Miete, sondern nur die Nebenkosten entrichten. Voraussichtlich ab 2019 soll dann das Hochhaus ganz normal bewohnt werden. Dierk Harte: «Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass die Künstler und sonstigen Zwischennutzer weiterhin dort bleiben und die Fläche übernehmen, ab dann jedoch eine reguläre Miete bezahlen.»

Auf der offiziellen Webseite werden fortlaufend alle angehenden Projekte aufgeschaltet.

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