Unfaire Gebühren: Geister-Roaming betrifft immer mehr Nutzer
Aktualisiert

Unfaire GebührenGeister-Roaming betrifft immer mehr Nutzer

Surfen im Ausland kann auch bei deaktiviertem Datenroaming Kosten generieren. Immer mehr Betroffene melden sich bei 20 Minuten. Die Anbieter wiegeln ab.

von
K. Wolfensberger
1 / 11
Wie ging das nochmal? Auf den folgenden Bildern wird erklärt, wie Sie das Datenroaming unter iOS und Android richtig abstellen. Damit sind Sie vor unerwarteten Kosten geschützt - sofern Sie nicht Opfer von Geister-Roaming werden.

Wie ging das nochmal? Auf den folgenden Bildern wird erklärt, wie Sie das Datenroaming unter iOS und Android richtig abstellen. Damit sind Sie vor unerwarteten Kosten geschützt - sofern Sie nicht Opfer von Geister-Roaming werden.

20M
iPhone - Navigieren Sie zu: Einstellungen > Mobiles Netz > Datenoptionen.

iPhone - Navigieren Sie zu: Einstellungen > Mobiles Netz > Datenoptionen.

20M
Dort kann der Regler Datenroaming nach links geschoben werden, um Roaminggebühren zu vermeiden.

Dort kann der Regler Datenroaming nach links geschoben werden, um Roaminggebühren zu vermeiden.

20M

Der Roaming-Frust bei den Schweizern nimmt zu. Immer mehr sind vom sogenannten Geister-Roaming betroffen. Auch Leser von 20 Minuten, wie dieser Kommentar zeigt: «Ich war letzten Sommer auf einer Kreuzfahrt im Mittelmeer. Plötzlich erhielt ich ein SMS mit der Nachricht, ich hätte Daten im Wert von 500 Franken verbraucht, obwohl ich das Roaming ausgeschaltet hatte.»

War zuerst nur von wenigen Einzelfällen die Rede, so zeichnet sich nun ab, dass das Phänomen doch verbreiteter ist. Bei 20 Minuten haben sich innert Kürze viele Betroffene gemeldet. Das erstaunt wenig, denn Telekom-Experte Ralf Beyeler vom Vergleichsdienst Verivox erklärt, dass ihm das Phänomen schon seit längerem bekannt sei. Die Verantwortung für die Behebung des Problems liege bei den Netzbetreibern und den Smartphone-Herstellern, so Beyeler.

Entsprechend gross ist die Frustration bei den Lesern über die Vorfälle. Ein älterer Leser beschreibt, wie ihn die Angestellten im Swisscom-Shop wie «einen Grufti betrachtet» hätten, der nichts von Technik verstehe und sein Handy bestimmt falsch eingeschaltet habe. Erst nach einer Stunde sei der Filialleiter schliesslich bereit gewesen, ihm die fünf Franken gutschreiben zu lassen.

Schliesslich meldeten sich auch bei 20 Minuten auch Kunden von den bisher nicht betroffenen Anbietern wie Salt, UPC, M-Budget Mobile oder Sunrise und beklagten sich über angebliches Geister-Roaming.

Die Anbieter betonen, sich grundsätzlich kulant zeigen zu wollen. Swisscom verspricht, dass die Kundenberater jeden Einzelfall prüfen und sich im Falle von Geister-Roaming kulant zeigen werden. Das Unternehmen wiederholt: «Das Problem konnte inzwischen im Rahmen einer Zwischenlösung behoben werden.» Und weiter: «Es handelt sich bei diesem Phänomen nur um minimale Datenmengen und somit um sehr kleine Beträge.»

Auch andere Ursachen möglich

Wem somit mehr als ein Mini-Betrag abgebucht wurde, der ist nicht im eigentlichen Sinne Opfer von Geister-Roaming geworden, bestätigt auch ein Sprecher von Sunrise. Er erklärt, die geschilderten Fälle könnten Hunderte von Ursachen wie «Irrtümliche Belastung», «Roaming nicht deaktiviert», «Kein Roaming möglich» oder zum Beispiel «Roaming erst möglich durch Kauf von Datenpaketen» und vieles mehr haben. Er betont aber: «Sollten im Einzelfall Geister-Roaming-Belastungen auftauchen, schreiben wir diese nachträglich gut.»

Gleich klingt es bei UPC. Ein Sprecher sagt, dass nach wie vor keine Kunden an das Unternehmen gelangt seien, die dieses Problem gehabt hätten. Um stichfest zu prüfen, ob bei den einzelnen betroffenen Lesern Geister-Roaming stattfand oder nicht, brauche man die jeweilige Kundennummer.

Die Bilderstrecke zeigt, wie man bei iOS und Android das Datenroaming richtig abstellt. Damit ist man vor unerwarteten Kosten geschützt – sofern man nicht Opfer von Geister-Roaming wird.

Was ist Geister-Roaming?

Von diesem Phänomen spricht man, wenn Handy-Kunden im Ausland den mobilen Datenverkehr ihrer Smartphones ausgeschaltet haben und nicht surfen, ihnen von den Mobilfunk-Anbietern aber trotzdem Roaming-Kosten für die Daten-Nutzung verrechnet werden. Einer breiten Öffentlichkeit wurde diese Roaming-Falle in den letzten Tagen unter anderem dank Berichterstattungen von 20 Minuten bekannt.

Deine Meinung