Leinen los: Geisterboote halten Polizei auf Trab
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Leinen losGeisterboote halten Polizei auf Trab

Herrenlose Gummiboote haben auf der Aare wiederholt zu aufwändigen Suchaktionen geführt. Nun hat die Polizei die Nase voll: Sie will Adresse und Natelnummer auf jedem Gummikahn.

von
Christoph Albrecht
Achtung Geisterboote: Die Polizei empfiehlt, dass Aarebötler ihre Gummiboote mit Namen und Handynummer anschreiben.

Achtung Geisterboote: Die Polizei empfiehlt, dass Aarebötler ihre Gummiboote mit Namen und Handynummer anschreiben.

Ein leeres Gummiboot treibt durch die Wasserwalze beim Schwellenmätteli - und weit und breit ist kein Bötler in Sicht: Jeden Sommer kommt es auf der Aare zu solchen Fällen von herrenlosen Gummibooten, die ihren unachtsamen Besitzern, etwa beim Auswassern, davongekommen sind. Zuletzt letzten Samstag beim Marzili. Die Folge können ein Alarm und eine aufwändige Suchaktion sein – schliesslich könnte der Besitzer in den Fluten untergegangen sein.

Dieses Jahr wurden bereits mehrmals wegen Booten ohne Besatzung aufwändige Suchaktionen auf der Aare eingeleitet – ganz zum Ärger der Polizei: «Bötler, denen ihr Boot abhanden kommt, sind sich oft nicht bewusst, was solche Situationen auslösen können», sagt Alice Born von der Kapo Bern. Die Kantonspolizei Bern empfiehlt Hobby-Kapitänen deshalb, ihre Gummiboote mit Name, Adresse und Handynummer zu beschriften. So sollen die Besitzer von herrenlosen Booten schneller ausfindig gemacht und Fehlalarme vermieden werden. Zudem sollen Bootsverluste jeweils sofort der Polizei gemeldet werden. Nur so könnten unnötige und teure Rettungseinsätze vermieden werden.

Bei den Bötlern selbst hat man für die Vorsichtsmassnahme grösstenteils Verständnis: «Für ein Auto braucht man schliesslich auch eine Nummer», findet etwa Michael Reist. Ausserdem würde man so weniger hemmungslos sein Boot entsorgen.

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