Aktualisiert 09.05.2020 16:12

Lewis Hamilton

«Geisterrennen sind besser als nichts»

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hofft auf eine baldige Rückkehr der Rennserie. Sein Rivale Daniel Ricciardo befürchtet hingegen ein Chaos.

Der Brite Lewis Hamilton vermisst die Formel-1-Rennen.

Der Brite Lewis Hamilton vermisst die Formel-1-Rennen.

KEYSTONE

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton sehnt sich nach der Rennstrecke und könnte für eine Rückkehr ins Auto auch mit Geisterrennen leben. «Ich weiss nicht, wie spannend es für die Leute am Fernsehen sein wird, aber es ist besser als nichts», sagte der 35-Jährige in einem Video-Interview, das sein Mercedes-Team am Samstag verbreitete. «Rennfahren ist Rennfahren», meinte Hamilton und beteuerte: «Ich vermisse es wirklich.»

Die Formel 1 hatte nach den Testfahrten im Winter den Saisonauftakt in Australien Mitte März wegen der Corona-Pandemie kurzfristig absagen müssen. Bis Ende Juni wurden alle weiteren Rennen verschoben oder gestrichen. Nun hofft die Rennserie, am 5. Juli vor leeren Rängen in Österreich wieder fahren zu können. «Das gibt mir schon ein leeres Gefühl, die Fans machen ein Rennen aus», sagte Hamilton.

Aber er bekomme Nachrichten von Menschen aus aller Welt, die darunter leiden würden, keinen Sport sehen zu können. «Das zeigt, wie bedeutend der Sport im Leben der Menschen ist. Er bringt uns alle zusammen, ist aufregend und mitreissend», sagte der Brite.

Droht ein Chaos?

Etwas zurückhaltender ist Daniel Ricciardo. Der Renault-Pilot glaubt, dass das erste Formel-1-Rennen nach der Corona-Zwangspause chaotisch wird. Die Fahrer würden einige Zeit brauchen, bis sie wieder im Rennmodus seien. Seit sieben Monaten wurden keine Rennen gefahren, die ersten zehn Rennen der Saison wurden verschoben oder abgesagt. Es werde «eine Form von Chaos geben, hoffentlich auf kontrollierte Weise», sagte der 30-Jährige am Samstag dem BBC Radio. «Ich beziehe mich nicht unbedingt auf die Autos. Aber es wird viel Rost geben, eine Kombination aus Emotionen, Aufregung und Eifer.»

Hinsichtlich des verspäteten Saisonstarts sagte Hamilton: «Für uns ist das wie ein Testtag.» «Keiner von uns hatte bisher die Gelegenheit, das Potenzial unserer neuen Autos auszuschöpfen. Darauf freue ich mich», fügte er hinzu.

Die aktuelle Zwangspause gebe ihm die Chance, an körperlichen Schwächen zu arbeiten. Er habe keineswegs an Gewicht zugelegt, sondern wolle noch fitter werden als je zuvor. «Es ist auf gewisse Art auch ein Segen. Man würdigt die Dinge mehr, die man liebt», sagte Hamilton. Er fühle «mehr Energie, mehr Inspiration und mehr Entschlossenheit» für neue Erfolge, versicherte der sechsmalige Formel-1-Champion.

(dpa)

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14 Kommentare
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baselstadt

11.05.2020, 11:21

Natürlich will ER das, solange ER den besten Wagen hat und von seinem Team gegenüber dem zweiten Fahrer bevorzugt wird.

Janu

10.05.2020, 16:03

Lieber Herr Bräutigam, warum sollten Geister rennen wegen Geld?

Vorschlag

10.05.2020, 10:40

Aber der Lewis Hamilton soll doch auch ganz schnell bei den Computerrennen sein. Das wäre doch eine Alternative, oder.