Gedächtnis-Schwund: Geistiger Verfall beginnt früher als gedacht
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Gedächtnis-SchwundGeistiger Verfall beginnt früher als gedacht

Bislang wurde angenommen, dass wir etwa ab dem 60. Lebensjahr kognitive Fähigkeiten einbüssen. Eine aktuelle Studie britischer und französischer Forscher belehrt uns jetzt eines Besseren.

von
rre

Bauen wir früher an Gehirnleistung ab als bisher angenommen? Eine Lanze für diese Theorie brechen jetzt Forscher des Institut national de la santé et de la recherche médicale in Paris und des University College in London. Im Rahmen einer Studie analysierten die Wissenschaftler zwischen 1997 und 2007 unter der Leitung von Archana Singh-Manoux die Hirnleistung von 2192 Frauen und 5198 Männern. Alle Studienteilnehmer befanden sich während des Beobachtungszeitraums im Alter zwischen 45 und 70 Jahren.

Innerhalb der zehnjährigen Studiendauer wurden die kognitiven Fähigkeiten der Probanden auf folgende Kompetenzen überprüft: Erinnerungsvermögen, Wortschatz, auditive und visuelle Fähigkeiten. Des Weiteren flossen Faktoren wie beispielsweise die Bildung der jeweiligen Testpersonen in die Analysen mit ein.

Mit Mitte 40 gehts bergab

Die Auswertung der Tests zeigte, dass die Studienteilnehmer überall kognitive Einbussen aufwiesen. Nur beim Wortschatz-Test schnitten alle Probanden gleichbleibend ab. Grundsätzlich aber zeigten die Resultate: Je älter der Proband war, desto stärker machten sich geistige Defizite bemerkbar.

Bei den männlichen Studienteilnehmern nahm die Gehirnleistung der 45- bis 49-Jährigen zwischen 1997 und 2007 um 3,6 Prozent ab. Bei den Männern zwischen 65 und 70 zeigte sich ein Verlust von 9,6 Prozent. Die Frauen zwischen 45 und 49 Jahren fielen mit einer geistigen Einbusse von 3,6 Prozent auf. Hier belief sich der Wert bei den 65- und 70-Jährigen auf 7,4 Prozent.

Was das Herz stärkt, ist auch gut fürs Gehirn

«Die Studie belegt, dass wir bereits vor dem 60. Lebensjahr kognitiv abbauen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, das Herz-Kreislauf-System mit einer gesunden Lebensweise zu unterstützen. Denn: Was gut für unser Herz ist, ist auch gut für unseren Kopf», werden die Autoren zitiert.

Die Studie wurde im British Medical Journal veröffentlicht.

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