Aktualisiert 05.09.2006 04:30

Geistliche im Irak entführt

In der irakischen Pilgerstadt Kerbela ist einer der prominentesten und umstrittensten schiitischen Geistlichen des Landes entführt worden.

Nach Angaben eines seiner Mitarbeiter wurde Ajatollah Mahmud al Hassani verschleppt. Bewaffnete hätten zwei Häuser gestürmt und neben Al Hassani auch vier weitere Männer entführt. Scheich Akram erklärte weiter, ausser Al Hassani seien auch der Sprecher seiner Bewegung und der Leiter seines Seminars in Kerbela entführt worden sowie zwei seiner Leibwächter.

Bislang ist unklar, ob es den Entführern um Lösegeld geht, oder ob sie politische Motive haben. Mitte August hatten sich Anhänger Al Hassanis Strassenschlachten mit der Polizei geliefert.

Der Kleriker lehnt die Präsenz der US-Truppen im Irak ab. Der Schiit kritisiert den aus seiner Sicht zu grossen Einfluss des Irans auf die irakische Politik.

Nach dem Sturz des Regimes von Ex-Präsident Saddam Hussein hatte er sich der Bewegung von Muktada al Sadr angeschlossen. Als der junge Prediger Al Sadr die alleinige Führung der Gruppierung übernahm, trennten sich Al Hassani und seine Anhänger jedoch von der Al-Sadr-Bewegung. (sda)

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