Sextortion in Neuenburg  – Muslimischer Geistlicher beim Sex mit 20-Jähriger gefilmt – und dann erpresst

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Sextortion in Neuenburg Muslimischer Geistlicher beim Sex mit 20-Jähriger gefilmt – und dann erpresst

Ein einflussreicher Leiter einer muslimischen Kultstätte in Neuenburg trifft sich zum Sex mit einer 20-Jährigen. Dabei wird er von zwei Männern gefilmt, die prompt Geldforderungen stellen.

von
Karin Leuthold
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Ein Leiter einer muslimischen Kultstätte im Raum Neuenburg wurde wegen eines Sexvideos mit einer 20-jährigen Frau erpresst. (Symbolbild)

Ein Leiter einer muslimischen Kultstätte im Raum Neuenburg wurde wegen eines Sexvideos mit einer 20-jährigen Frau erpresst. (Symbolbild)

iStock/Getty Images
Das Opfer verständigte die Polizei, als die Gauner 20'000 Franken von ihm verlangten. (Symbolbild)

Das Opfer verständigte die Polizei, als die Gauner 20'000 Franken von ihm verlangten. (Symbolbild)

AFP
Den Behörden gegenüber gab der verheiratete Mann zu, eine sexuelle Beziehung zu der 20-Jährigen gehabt zu haben. (Symbolbild)

Den Behörden gegenüber gab der verheiratete Mann zu, eine sexuelle Beziehung zu der 20-Jährigen gehabt zu haben. (Symbolbild)

AFP

Darum gehts

  • Eine Erpresserbande hat den Leiter einer muslimischen Kultstätte in Neuenburg in eine Falle gelockt.

  • Mitglied der Bande ist eine 20-Jährige, die sich für Sexvideos mit dem Geistlichen zu Verfügung stellte.

  • Die beiden Männer stehen nun vor Gericht.

Die Justiz von Neuenburg verhandelt dieser Tage einen Fall von sogenannter Sextortion: Der Leiter einer muslimischen Kultstätte wurde von zwei Männern erpresst, die ein Video des verheirateten Mannes bei Sexhandlungen mit einer 20-jährigen Frau filmten. Das Erpresser-Trio agierte zusammen, um den frommen Moslem in eine Falle zu locken.

Wie «20 Minutes» berichtet, sei es zum Sextreffen zwischen dem einflussreichen Leiter einer muslimischen Kultstätte im Raum Neuenburg und der Frau gekommen - kurz danach stellten die Erpresser die erste Geldforderung. Das Opfer stimmte zunächst einer Zahlung von 4300 Franken zu. Bald realisierte der Geistliche jedoch, dass die Erpresser damit nicht zufrieden waren.

Opfer verständigte die Polizei, von der Frau fehlt jede Spur

Die Gauner verlangten 20'000 Franken, andernfalls würden sie die anrüchigen Aufnahmen verbreiten, drohten sie. Als sich das Opfer in die Enge getrieben sah, verständigte es die Polizei. Dabei gab der Mann gegenüber den Behörden zu, eine sexuelle Beziehung zu der 20-Jährigen gehabt zu haben. 

Die beiden mutmasslichen Täter stehen nun wegen Erpressung vor Gericht. Einer von ihnen erschien bereits am Freitag in La Chaux-de-Fonds vor einem Richter. Der andere und das Opfer waren nicht anwesend. Von der Frau, die den Kläger in die Falle gelockt hatte, fehlt derzeit jede Spur.

«Eine freundschaftliche Beziehung»

Der anwesende Angeklagte bestritt vor Gericht, den Geistlichen erpresst zu haben. Die vielen registrierten Telefonate zwischen den beiden erklärte er mit einer «freundschaftlichen Beziehung», die die beiden hätten. Sein Anwalt sagte vor Gericht, für die Anschuldigungen gegen seinen Mandanten gebe es keinerlei Beweise.

Die Staatsanwaltschaft hat für die beiden Angeklagten zehn Monate Gefängnis mit einer Bewährungsfrist von zwei Jahren und eine Geldstrafe von 1000 Franken gefordert. Das Urteil wird zu einem späteren Zeitpunkt verkündet. 

Sextortion bezeichnet eine Form der Erpressung, bei der der Täter dem Opfer mit der Veröffentlichung von Nacktfotos oder -videos des Opfers droht, um das Opfer zu einer Geldzahlung oder zur Vornahme sexueller Handlungen zu zwingen. Laut Wikipedia hat der Täter dazu die fraglichen Inhalte zuvor mit oder ohne Wissen des Opfers zum Beispiel durch Sexting oder Cybersex mit dem – gutgläubigen – Opfer erlangt.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Beratungsstellen für gewaltausübende Personen

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