Aktualisiert 13.02.2009 14:27

LebensmittelpreiseGeiz ist geil - koste es was es wolle

Finanzkrise hin, Rezession her – die Schweiz ist kein Land von Preisfüchsen. Trotzdem sollten die Grossverteiler auf der Hut sein.

Lediglich 36 Prozent achten beim Einkauf auf den Preis. Bei der Mehrheit erfolgt der Einkauf nach dem Glücksprinzip: Ist ein Produkt gerade im Angebot, wird gerne zugeschlagen. Von gezielter Marktbeobachtung kann aber keine Rede sein. Das offenbart die jüngste Umfrage von 20 Minuten Online.

Keine Ahnung von Preisen

Bei rund acht Prozent der Umfrageteilnehmer sitzt der Geldbeutel besonders locker. 77 Prozent von ihnen geben an, nicht einmal zu merken, wenn Grundnahrungsmittel plötzlich teurer würden. Nur etwas mehr als ein Drittel unter den Koste-es-was-es-wolle-Einkäufern ist in der Lage, den richtigen Preis für Milch, Halbweisbrot oder Zucker zu beziffern. Dennoch ist die preisliche Komponente als Wettbewerbselement auch in der Schweiz nicht zu unterschätzen: «Gerade in Rezessionszeiten gewinnt der Preis an Bedeutung für die Konsumenten. Beim privaten Konsum lässt sich sofort sparen», so der Detailhandelsexperte Gotthard F. Wangler.

Das grosse Bibbern

Die Einschätzung der Wechselbereitschaft Schweizer Konsumenten wird durch das Umfrageergebnis unterstrichen. Immerhin würden zwei von fünf Stammkunden ihren Einkaufswagen zu einem anderen Grossverteiler schieben, wenn dieser die Preise auf breiter Front kräftig senkt. Trotz allem gibt es weitere wichtige Faktoren für eine Entscheidung zugunsten eines alternativen Detailhändlers. «Standort, Filialdichte und Qualität sind ebenfalls nicht zu unterschätzen», so die gute Nachricht für Coop und Migros. Vor allem letztere liegt derzeit mit 48 Prozent Zuspruch noch deutlich in Konsumentgunst auf Platz eins vor Coop mit 25 Prozent.

1.376 Online-Nutzer haben sich an der Web-Umfrage rund um Lebensmittelpreise teilgenommen. Mit 13 Fragen wurde ihnen auf den Preiszahn gefühlt.

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