Taktiles Display: Gel wird auf dem Touchscreen zum Joystick
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Taktiles DisplayGel wird auf dem Touchscreen zum Joystick

Deutsche Forscher haben ein Spezialgel entwickelt, das auf Touch-Bildschirmen aushärtet und als Knopf oder Joystick genutzt werden kann.

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tob
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Forscher der Technischen Universität (TU) Berlin haben ein Spezialgel entwickelt, das ausgehärtet Touchscreens zu einem taktilen Erlebnis macht. In einem Clip zeigen sie Anwendungsmöglichkeiten, wie das Gel auf ihrem Tablet-Prototyp zum Einsatz kommt.

Forscher der Technischen Universität (TU) Berlin haben ein Spezialgel entwickelt, das ausgehärtet Touchscreens zu einem taktilen Erlebnis macht. In einem Clip zeigen sie Anwendungsmöglichkeiten, wie das Gel auf ihrem Tablet-Prototyp zum Einsatz kommt.

TU Berlin
Das Spezialgel verändert die Konsistenz: Bei Temperaturen ab 32 Grad wird es härter.

Das Spezialgel verändert die Konsistenz: Bei Temperaturen ab 32 Grad wird es härter.

TU Berlin
Der Knopfform sind dabei keine Grenzen gesetzt: So kann zum Beispiel ein kleiner Mini-Joystick auf dem Display angebracht werden, mit dem man Games steuern kann.

Der Knopfform sind dabei keine Grenzen gesetzt: So kann zum Beispiel ein kleiner Mini-Joystick auf dem Display angebracht werden, mit dem man Games steuern kann.

TU Berlin

Touchscreens von Smartphones und Tablets sind zwar intuitiv mit Fingern zu bedienen, doch blind geht das nicht, da beim Drücken das haptische Feedback fehlt. Es fehlen physikalische Knöpfe, wie etwa bei einer PC-Tastatur. Das kann beim längeren Tippen oder auch beim Zocken besonders mühsam sein.

Das könnte sich allerdings bald ändern. Forscher der Technischen Universität (TU) Berlin haben ein leitfähiges Gel entwickelt, mit dem man Knöpfe auf Touchscreens formen kann. So wird es plötzlich möglich, Telefonnummern blind zu wählen oder mit einem kleinen Joystick auf dem Tablet zu gamen. Auch soll man so im Auto ein Tablet bedienen können, ohne die Augen von der Strasse abzuwenden.

Ab 32 Grad wird es hart

Mit dem Gel, das zu 90 Prozent aus Wasser besteht, wird erst ein Knopf geformt, der sich ab 32 Grad Celsius verhärtet. «Der Form und Struktur der Knöpfe sind keine Grenzen gesetzt», sagt Viktor Miruchna von der TU Berlin gegenüber dem Fachmagazin «MIT Technology Review».

Noch funktioniert das Erhärten und das Verflüssigen des Gels nur mit einem speziellen Tablet und unter Laborbedingungen. Anfang November wollen die Forscher ihr Projekt GelTouch (Beschrieb als PDF) in den USA an einer User-Interface-Tagung präsentieren. Bis die Geltasten marktreif seien, gelte es noch einige Hürden zu nehmen. Allerdings gebe es Ideen, wie die Probleme gelöst werden könnten, sagt Miruchna.

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