20 Jahre im Wallis ermittelt - Gelähmt und blind – Mysteriöser Fall Luca wird zum Cold Case
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20 Jahre im Wallis ermitteltGelähmt und blind – Mysteriöser Fall Luca wird zum Cold Case

Seit ein siebenjähriger Bub halb nackt und verletzt im Schnee gefunden wurde, ist die Identität der Täterschaft immer noch ungeklärt. Nun geben die Behörden auf.

von
Zoé Stoller
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Luca ist heute noch schwer behindert.  Warum? Diese Frage versuchten die Walliser Behörden nun 20 Jahre lang zu beantworten. 

Luca ist heute noch schwer behindert. Warum? Diese Frage versuchten die Walliser Behörden nun 20 Jahre lang zu beantworten.

PD
Nun geben sie auf: Der Fall Luca soll zum ungeklärten Fall ernannt werden. 

Nun geben sie auf: Der Fall Luca soll zum ungeklärten Fall ernannt werden.

PD
2002 wurde der damals siebenjährige Junge bewusstlos und völlig unterkühlt im Schnee gefunden. Der Familienhund soll ihn dort angegriffen haben.

2002 wurde der damals siebenjährige Junge bewusstlos und völlig unterkühlt im Schnee gefunden. Der Familienhund soll ihn dort angegriffen haben.

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Darum gehts

  • Im Winter 2002 fand eine Mutter ihren Sohn bewusstlos und schwer verletzt im Schnee.

  • Seither ist er teilweise blind und vom Hals abwärts gelähmt.

  • Nach jahrelangen Ermittlungen wird der Fall nun eingestellt.

Luca wurde 2002 in Veysonnaz VS halb nackt, bewusstlos und schwer verletzt von seiner Mutter im Schnee aufgefunden. Nun, nachdem die Walliser Staatsanwaltschaft fast 20 Jahre lang am Fall gearbeitet hat, werden die Ermittlungen abgebrochen, wie der «Walliser Bote» schreibt.

Seit der Walliser, damals 7-jährige, Junge am 7. Februar 2002 einen schrecklichen Schicksalsschlag erlebte, ist er schwer behindert. Wegen Sauerstoffmangel ist Luca Mongelli heute teilweise blind und Tetraplegiker, also vom Hals abwärts gelähmt. Etliche Minuten lang lag er bewusstlos im kalten Schnee, seine Körpertemperatur fiel auf 23 Grad, Herz und Lunge hörten auf zu arbeiten. Vier Monate lang lag er im Koma – bis er sich zurück ins Leben kämpfte. Bis heute ist unklar, was an jenem Abend vorgefallen ist.

Der Hund soll es gewesen sein

Nach jahrelangen Untersuchungen, geleitet durch den Walliser Generalstaatsanwalt Nicolas Dubois, wurden zu Beginn dieses Jahres zwei neue Zeugen befragt. Auch diese Spur führte ins Leere. Dubois bleibt nun entweder die Einstellung oder die Sistierung des Falls. Für Ersteres wäre die Verjährung Grund genug. Letzteres käme einem vorläufigen Unterbruch gleich. Fest steht: Die Investigationen zum Fall Luca werden zumindest vorübergehend ausgesetzt. «Sollten neue Beweise auftauchen, werden wir ihnen selbstverständlich nachgehen. Egal, ob der Fall nun sistiert oder eingestellt wird», sagt Dubois.

Rocky, der Familienhund, hatte einen Kontakt zu Luca, so viel ist für Dubois gewiss. Davon seien Spuren nachgewiesen worden. Die grosse Frage sei jedoch, ob der Schäferhund für Lucas nachhaltige Verletzungen verantwortlich ist. Die Familie von Luca bestreitet dies vehement. Und auch eine herbeigezogene Veterinärin räumte dieser Theorie keine Chancen ein. Luca selbst beschuldigt nach dem Vorfall eine Gruppe Jugendliche aus seinem Dorf. Sie sollen ihn angegriffen und mit Stöcken geschlagen haben. «Es sind die Söhne zweier angesehener Familien aus Sitten», sagte Privatdetektiv Fred Reichenbach 2013 gegenüber dem «Beobachter». Er hegt starke Zweifel an der Unschuld der Jungen. Als Alibi geben die Eltern an, dass die Kinder zum Tatzeitpunkt in ihren Schulen in Lausanne waren.

Nachdem Lucas Familie mittlerweile zurück nach Italien gezogen ist und die Walliser Behörden etliche Fachpersonen und mögliche Täter vernommen haben, scheint man im Wallis mit dem Latein am Ende. Nach fast 20 Jahren wird der Fall Luca nun zu einem Cold Case. Die Staatsanwaltschaft gibt auf und belässt es bei einem ungelösten Fall.

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