Aktualisiert 16.05.2010 12:16

FinalissimaGelb-schwarz ist zuversichtlich

Hat Trainer Vladimir Petkovic die schallende Ohrfeige von Luzern aus den Köpfen der Spieler gebracht. Glaubt man dem Coach und den Spielern, ist dies kein Problem.

Emiliano Dudar: Mit ihm steht und fällt die YB-Verteidigung.

Emiliano Dudar: Mit ihm steht und fällt die YB-Verteidigung.

Auch für Captain Marco Wölfli und Emiliano Dudar, zwei der wichtigsten Akteure in Petkovics 3-4-3-System, ist klar, wer am Sonntag kurz nach 18 Uhr den Meisterpokal in die Höhe stemmen und damit der Sportstadt Bern den totalen Triumph bescheren wird. Nachfolgend äussern sich die drei YB-Exponenten zur Ausgangslage.

Vladimir Petkovic (46), Trainer

Man wird in diesen Tagen den Eindruck nicht los, dass die Young Boys doch nicht so locker sind wie sie sich geben. Die Spässe von Vladimir Petkovic wirken zuweilen gespielt gelassen, vielleicht ist es die Art des ausgebildeten Sozialarbeiters, dass er sich in der deutschen Sprache noch nicht so stark ausdrücken kann wie auf italienisch oder kroatisch. Bei den Spielern scheinen die Argumente und Anweisungen des Trainers mit wenigen Ausnahmen ihre Abnehmer gefunden zu haben. Wenn die YB-Maschinerie ab und zu ins Stocken geriet, fand Petkovic seit seiner Amtsübernahme im August 2008 stets das richtige Schmiermittel, um sie wieder in Gang zu setzen.

«Wir haben während der gesamten Saison überzeugenden Fussball gespielt. Auf Unentschieden kann YB nicht spielen, wir sind nur auf den Sieg fokussiert», sagte Petkovic. «Schon vor Monaten habe ich gesagt, dass wir gewinnen, wenn es im letzten Spiel zur Finalissima kommt.» Freude, Wille, Überzeugung, Leidenschaft oder Charakter waren die Stichworte, die der Berner Chefcoach im Zusammenhang mit der gewünschten Einstellung seiner Spieler für das Fussballfest vom Sonntag nannte. «Und kontrollierte Offensive, volle kontrollierte Offensive!»

Marco Wölfli (28), Goalie und Captain

Noch vor wenigen Jahren sorgte Marco Wölfli mit dem einen oder anderen spektakulären Fehlgriff für landesweite Erheiterung. Mittlerweile ist er ein Rückhalt, hat eifrig an seinen Schwachstellen (Strafraumbeherrschung, Technik) gearbeitet und wird als Schweizer Nummer 2 nach Südafrika reisen. In Bern schätzen sie den Solothurner Captain mit sizilianischen Wurzeln für seine Ruhe und Sicherheit in den Aktionen, bei den Fans hat er sich mit den konstant starken Leistungen längst Respekt verschafft. Er ist zum unverzichtbaren Wert, zur gelb-schwarzen «Lebensversicherung», geworden.

«Wir wollen den Fans etwas zurückgeben, wenn wir schon endlich einmal eine Finalissima zu Hause bestreiten dürfen», sagte Wölfli, der seit mehreren Jahren mit Mentaltrainer Jörg Wetzel zusammenarbeitet. «Man hat in dieser Saison gesehen, dass wir im Kopf sehr stark sind. Nach Niederlagen haben wir immer als Team reagiert, sind nie fahrlässig geworden.» Für Wölfli sind die fünf Gegentore (»das nervte extrem») der Partie gegen Luzern noch mehr Ansporn, gegen Basel zu gewinnen. «Für mich ist es besser zu wissen, dass wir siegen müssen. Dem Kopf beizubringen, dass ein Unentschieden reicht, ist schwierig.»

Emiliano Dudar (28), Verteidiger

Emiliano Dudars Wichtigkeit als Kopf der YB-Abwehr nahm nach dem überhasteten, finanziell bedingten Abgang von Saif Ghezal in der Winterpause zu. Der argentinische Hüne kam mit dem Druck bestens zurecht und verlieh der Defensivabteilung der Young Boys nach 46 Gegentreffern in der Vorsaison die gewünschte Stabilität. Dudar könnte zur Entschuldigung sagen, er sei bei den herben Niederlagen in Sitten (1:4) und zuletzt in Luzern (1:5) ebenso wenig dabei gewesen wie beim blamablen Cup-Out gegen Lausanne (1:4). Dies widerspräche aber dem Naturell des südamerikanischen Weltenbummlers. Nervös lässt sich Dudar, der in Brasilien in zwei Cupfinals ähnliche Ausgangslagen erlebt hat, längst nicht mehr.

All seine Gedanken drehen sich nur um den Sieg. «Wir sind kein Team, das spekulieren kann. Darum müssen wir sofort Druck machen.» Und wie in Luzern oder vier anderen Saisonspielen ein Gegentor in den ersten zehn Minuten zwingend verhindern. Die Niederlage vom Donnerstag, die er in Absprache mit dem Trainer auf der Ersatzbank (wegen drohender Gelbsperre) verbracht hat, sei verarbeitet. «Wir haben eine schlechte Partie abgeliefert. Punkt!» Nun seien alle überglücklich, dass es nach einer tollen Saison zum Final kommt.

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