Unbewilligte Demo in Bern: Gelbe Protestbewegung erreicht Schweiz
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Unbewilligte Demo in BernGelbe Protestbewegung erreicht Schweiz

Seit Wochen protestieren in Frankreich die Gelbwesten für verschiedene soziale Anliegen. Dabei kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen. Auch in der Schweiz will man nun protestieren.

von
bho
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Seit Wochen demonstrieren in Frankreich die sogenannten Gilets jaunes gegen Präsident Emmanuel Macron und für verschiedene soziale Anliegen.

Seit Wochen demonstrieren in Frankreich die sogenannten Gilets jaunes gegen Präsident Emmanuel Macron und für verschiedene soziale Anliegen.

epa/Caroline Blumberg
Dabei kommt es oft zu Auseinandersetzungen mit der Polizei und zu Sachbeschädigungen.

Dabei kommt es oft zu Auseinandersetzungen mit der Polizei und zu Sachbeschädigungen.

epa/Etienne Laurent
Nun wollen die Schweizer Gelbwesten am Samstag auch in Bern demonstrieren, wie der« Bund» am Freitag schreibt. Administrator der Facebook-Seite ist offenbar der Waadtländer Gymnasiast Kevin Charmillot.

Nun wollen die Schweizer Gelbwesten am Samstag auch in Bern demonstrieren, wie der« Bund» am Freitag schreibt. Administrator der Facebook-Seite ist offenbar der Waadtländer Gymnasiast Kevin Charmillot.

Facebook/ Gilets Jaunes de Suisse nous sommes le Peuple

Brennende Barrikaden, Tränengas, Sachbeschädigungen und vermummte Demonstranten. Die Szenen der letzten Wochen auf Frankreichs Strassen glichen einem Kriegsschauplatz. Die mehrere Hunderttausend Menschen umfassende sogenannte Gilets-jaunes-Bewegung protestiert gegen Präsident Emmanuel Macron und verschiedene soziale Punkte wie zum Beispiel die zusätzliche Treibstoffabgabe. Nun wollen die Schweizer Gelbwesten am Samstag auch in Bern demonstrieren, wie der «Bund» am Freitag schreibt.

Bisher ist unklar, wer hinter der Schweizer Bewegung stecken könnte. Administrator der Facebook-Seite ist offenbar der Waadtländer Gymnasiast Kevin Charmillot, der auf Facebook auch mal mit einer Waffe posiert. Ausserdem in den Reihen der Schweizer Gelbwesten befindet sich unter anderen François de Siebenthal, Mitinitiant der Vollgeldinitiative. Dieser sorgte letzten Sommer für Schlagzeilen, als er einen Vortrag bei Rechtsextremen hielt.

«Wir sind friedlich»

Die Demonstration am Samstag auf dem Bundesplatz ist nicht bewilligt. Bei der Berner Bewilligungsbehörde ist gemäss der städtischen Gewerbepolizei kein Gesuch für eine Demonstration eingegangen. Erwartet die Schweiz somit ähnliche Krawalle wie in Frankreich? «Nein», erklärt Charmillot. Man wolle weder den Verkehr oder die Mitbürger stören noch irgendetwas kaputt machen.«Wir wollen bloss demonstrieren, um unsere Unzufriedenheit zu zeigen.»

Auch der Schweizer Protestbewegung geht es um soziale Anliegen: tiefere Krankenkassenprämien, existenzsichernde Löhne, keine Erhöhung des Rentenalters, gerechte Mieten sowie gleiche Löhne für Männer und Frauen. Hingegen sollen die lebenslangen Renten der Bundes- und Regierungsräte abgeschafft werden und die Einwanderung gebremst werden, in dem die Schweiz humanitäre Hilfe vor Ort leistet.

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