Debitoren: Geld eintreiben dank straffem Management
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DebitorenGeld eintreiben dank straffem Management

Wenn Gläubiger nicht fristgerecht zahlen, kann das kreditgebende Unternehmen in einen existenzbedrohenden Liquiditätsengpass geraten.

von
thw
Abhilfe kann ein straffes Debitorenmanagement schaffen.

Abhilfe kann ein straffes Debitorenmanagement schaffen.

Immer mehr Gläubiger zahlen unpünktlich. Laut dem Verband Schweizerischer Inkassoinstitute betrug die Zahlungsverzögerung 2012 durchschnittlich 20 Tage. 2008 waren es noch 15 Tage gewesen. Wenig überraschend ist daher, dass 38% der Schweizer Unternehmen angeben, wegen der Verzögerungen Liquiditätsprobleme zu haben.

Bund will gegensteuern

Problematisch ist, dass säumige Schuldner ihre Gläubiger als unfreiwillige Darlehensgeber missbrauchen. Sie sparen zudem Kosten, da der Verzugszins mit derzeit 5% in den meisten Fällen tiefer ist als der Zins bei Überziehung des Kontokorrents oder bei Aufnahme eines Kredits bei einem Finanzinstitut (Stand: Februar 2013). Der Bundesrat will Gegensteuer geben: Der Verzugszins im kaufmännischen Geschäftsverkehr soll von 5% auf 10% angehoben werden.

Debitorenmanagement

Damit andere Unternehmen Sie nicht als Bank benutzen, sollten Sie ein konsequentes Debitorenmanagement pflegen:

• Sensibilisieren Sie die Abteilungen Verkauf, Marketing und Finanzen für das Problem.

• Schicken Sie bei Überschreiten der vereinbarten Zahlungsfrist eine Zahlungserinnerung. Nach weiteren 30 Tagen (je nach Branche auch kürzer) erhält der Kunde die 1. Mahnung mit einer Zahlungsfrist von 10 Tagen. Lässt er auch diese Frist wieder verstreichen, folgt die 2. Mahnung mit Fristansetzung (nochmals 10 Tage) und die Betreibungsandrohung.

• Verrechnen Sie gegebenenfalls Verzugszinsen.

• Beschaffen Sie beim zuständigen Betreibungsamt einen Betreibungsauszug. Liefern und arbeiten Sie gegebenenfalls nur gegen Vorkasse, Akontozahlungen oder Garantien.

• Ziehen Sie bei hartnäckiger Zahlungsweigerung ein Inkassobüro bei. Die Grundkosten dafür liegen bei ein paar Hundert Franken. Hinzu kommt eine erfolgsabhängige Provision von bis zu 50%.

• Betreiben Sie säumige Kunden konsequent. Das Betreibungsbegehren wird am Wohn- bzw. Geschäftssitz des Schuldners gestellt. Dafür reicht ein kurzes Schreiben an das dortige Betreibungs- und Konkursamt mit einer Kopie der offenen Rechnung.

Weitere Informationen auf der Webseite von PostFinance.

(thw/20 Minuten)

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