Steueramnestie in Italien: Geld fliesst nur spärlich zurück
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Steueramnestie in ItalienGeld fliesst nur spärlich zurück

Italien hat die Steueramnestie bis Ende April verlängert. Doch das Kapital kehrt nicht wie erhofft zurück. Seit Januar sind gemäss einer Schätzung 15 bis 20 Mrd. Euro legalisiert worden.

Durch die Verlängerung des «Scudo fiscale» hatte sich Rom indes eine weitere Rückkehr von Kapital im Umfang von 30 Mrd. Euro erhofft. Die Ansa beruft sich in ihrer Meldung auf Quellen aus der Finanzbranche.

Die Verlängerung der Amnestie bis 30. April soll laut dem italienischen Wirtschaftsministerium unter anderem dazu dienen, Immobilienwerte im Ausland - vor allem in Monaco und in der Schweiz - steuerlich zu erfassen.

Treuhandgesellschaften wurde so mehr Zeit gegeben, um die komplexen Modalitäten für die juristische Rückkehr der Immobilien zu überprüfen.

Ende 2009 hatte die italienische Regierung verlauten lassen, dass die bisherige Rückkehr von Immobilien aus dem Ausland respektive deren steuerliche Erfassung unbefriedigend gewesen sei.

Tessiner Bankiers kamen mit blauem Auge davon

Die insgesamt dritte Steueramnestie von Finanzminister Giulio Tremonti hatte ursprünglich am 15. Dezember 2009 geendet. Sie führte zur Legalisierung von 95 Mrd. Euro Schwarzgeld. Effektiv flossen jedoch gemäss Angaben der Banca d'Italia nur 35 Mrd. Euro nach Italien zurück.

Der Rest blieb nach der Legalisierung auf Auslandkonten liegen - der Löwenanteil davon auf Banken im Tessin. Tremonti verfehlte damit sein Zeil, den Bankenplatz Lugano trockenzulegen.

Die meisten Finanzinstitute im Tessin verkündeten in den letzten Wochen, dass sie den Abfluss der italienischen Kundengelder durch die positive Entwicklung auf den Finanzmärkten mehr oder weniger kompensiert hätten.

Der Verlängerung des Scudo sahen die Tessiner Bankiers und Treuhänder denn auch gelassen entgegen, zumal die Strafsteuer auf 6 respektive ab dem 1. März auf 7 Prozent erhöht wurde.

(sda)

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