Kunstprojekt - Geld riecht nach Cannabis– unter anderem
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KunstprojektGeld riecht nach Cannabis– unter anderem

Wonach riecht Geld? Diese Frage stellte sich Künstlerin Katharina Hohmann im Rahmen eines Projekts. Ein Zürcher Parfümeur half ihr dabei, den Duft in Flaschen zu fassen.

von
Angela Rosser
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Die Flakons, die einem archäologischen Fundstück nachempfunden sind, beinhalten den «Duft des Geldes». Den Duft «Aerarium» hat die Künstlerin zusammen mit einem Zürcher Parfümeur entwickelt.

Die Flakons, die einem archäologischen Fundstück nachempfunden sind, beinhalten den «Duft des Geldes». Den Duft «Aerarium» hat die Künstlerin zusammen mit einem Zürcher Parfümeur entwickelt.

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Inspiriert für das Finanzamt in Karlsruhe ein Parfüm als Kunst-am-Bau-Projekt zu entwerfen, hat die Künstlerin, dass auf dem Gelände früher eine Parfümerie gestanden hat.

Inspiriert für das Finanzamt in Karlsruhe ein Parfüm als Kunst-am-Bau-Projekt zu entwerfen, hat die Künstlerin, dass auf dem Gelände früher eine Parfümerie gestanden hat.

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Die in der ersten Auflage auf 600 Stück limitierten Fläschchen, sind exklusiv im Finanzamt Karlsruhe erhältlich.

Die in der ersten Auflage auf 600 Stück limitierten Fläschchen, sind exklusiv im Finanzamt Karlsruhe erhältlich.

Uli Deck/dpa

Darum gehts

  • Das Parfüm «Aerarium» ist das Ergebnis eines Kunstprojekts.

  • Den Duft nach frischen Banknoten entwickelte die Künstlerin mit einem Zürcher Parfümeur.

  • Zu kaufen gibt es Flakons mit einem Termin im Finanzamt in Karlsruhe.

Ein Parfüm, das nach Geld riecht. Oder genauer: nach frisch gedruckten Banknoten. Das hat die Konzeptkünstlerin Katharina Hohmann zusammen mit dem Zürcher Parfümeur Andreas Wilhelm kreiert. Im Rahmen eines Kunst-am-Bau-Wettbewerbs ging es um das Karlsruher Finanzamt, wo man das Parfüm auch kaufen kann. Inspiriert hat die Künstlerin, dass sich auf dem Gelände des Finanzamts früher die Parfümerie F. Wolff und Sohn befand. Geld und Parfüm seien beides «nicht wirklich greifbare, teils symbolisch umgedeutete, aber auch flüchtige Stoffe», so Hohmann über das Werk. Den Kontakt zum Zürcher Parfümeur suchte die Künstlerin, aufgrund eines Vortrags, den Wilhelm an der ZHdK gehalten hatte. «Kunst und Duft zu vereinen war schon immer eine Passion», so Wilhelm.

Eine frische 200er-Note hinterm Ohr

Wonach Geld riecht? Geht man nach Hohmann und dem Schweizer Parfümeur Andreas Wilhelm, ist es der Duft einer frischen Schweizer 200er-Note. Laut Wilhelm sind darin Noten von Feigenblättern, Iris, Cannabis weissem Moschus und Wildleder enthalten.

Hohmann erzählt nicht nur mit dem Duft eine Geschichte, sondern auch mit dem Flakon. In der Nähe von Karlsruhe im Schwarzwald wurde ein besonderer Flakon aus grünlichem Glas gefunden. Die Künstlerin schätzt, dass dieser Flakon aus der frühen Neuzeit, also Mitte 13. bis circa Ende 15. Jahrhundert, stammt. «Die Form dieses Fläschchens, dem besondere, magische Kräfte zugeschrieben wurden, war Vorbild für die Flakons, die nun in der Vitrine im Finanzamt Karlsruhe zu sehen sind», so die Künstlerin weiter.

Die Flakons zu dem Parfüm, das den Namen «Aerarium» trägt, haben eine Art Perlmuttschimmer und unterschiedliche Farben und Formen. Da die Form und das Material der Flakons keinen Sprühkopf zulassen, handelt es sich hierbei um ein Parfüm auf Öl-Basis, das beispielsweise hinter dem Ohr aufgetragen werden könne, erklärt Wilhelm.

Beim Namen hat sich Hohmann der Antike bedient. So sei «Aerarium» die Bezeichnung für die antike römische Staatskasse gewesen und wurde vom lateinischen Wort für Bronze («aes») abgeleitet. «Geld wie Parfüm funktionieren auf der Ebene von Beziehungen, nämlich den Wechselwirkungen unter den Menschen», besonders in der immer stärker digitalisierten Welt erscheine Geld als «omnipräsente, materielle Abwesenheit, Duft ist ätherisch, so präsent wie ungreifbar», erklärt Hohmann ihre Konzeption.

Zur Abholung ins Finanzamt

Wie die «Frankfurter Allgemeine» berichtet, wurde der Verkaufsstart wegen der Corona-Pandemie mehrere Male verschoben. Unter anderem, wie Wilhelm auf Anfrage von 20 Minuten verrät, weil die Künstlerin selbst an Covid-19 erkrankte und eine Zeit lang keinen Geruchssinn mehr hatte. Dadurch war Hohmann nicht in der Lage, ihm Feedback zu geben. Die erste Auflage ist mit dem Bestand von 600 Exemplaren, den 600 Mitarbeitenden gewidmet und kostet umgerechnet etwa 66 Franken. Das Parfüm abholen kann man nach Bestellung im Finanzamt. Da im Preis kein Gewinn, sondern rein die Herstellungskosten berechnet würden, stelle «Aerarium» auch ein wenig die Frage nach Wert und Wertigkeit von Geld, Vermögen und Luxus.

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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