Der Öko-Hype ist vorbei: Geld wichtiger als der Umweltschutz
Aktualisiert

Der Öko-Hype ist vorbeiGeld wichtiger als der Umweltschutz

In den Medien hat die Finanzkrise die Öko-Diskussion bereits in die Ecke gedrängt. Nun stösst der Umweltschutz auch bei Unternehmen immer mehr auf taube Ohren.

von
Désirée Pomper

«Hauptsache grün», hiess die Marketingstrategie zahlreicher Unternehmer in den letzten Jahren. Doch plötzlich haben sie andere Prioritäten: «Wir stellen bei unseren Kunden eine erhöhte Preissensibilität fest. Sie setzen vermehrt auf monetäre Anreize», sagt Olivier Pasche von der Werbeagentur Trio in Zürich. Er vermutet, dass dies auf Kosten des Umweltschutzes geschieht. Auch nachhaltige Anlagen sind für viele Anleger kein Thema mehr. «Viele Investoren sind wegen den teilweise hohen Verlusten aus der Solarindustrie ausgestiegen», sagt Michael Diaz, Geschäftsführer der Nachhaltigkeits-Ratingagentur Inrate. Insbesondere nachhaltige Technologiebereiche, die noch nicht marktreif sind, werden von vielen Anlegern gemieden.

Klagen hört man auch von Umweltorganisationen. «Die Firmen zeigen weniger Interesse am Umweltschutz als in anderen Jahren», sagt auch Beat Jans von Pro Natura. «Es ist in diesen Tagen besonders schwierig, Partner zu finden», pflichtet Greenpeace-Sprecherin Susanne Schneider bei. Die Unternehmen überlegten sich zweimal, wie sie ihr Budget am effizientesten einsetzen wollten.

Klimaschutz bei der Post

Neu können Postkunden Briefe und Pakete gegen einen Zuschlag klimaneutral ins In- und Ausland versenden lassen. Das Geld fliesst unter anderem in vom WWF ausgesuchte Emissionszertifikate. Postkunden zahlen je nach Zielland einen Zuschlag von 0,01 bis 0,10 Franken. Mit dem Zuschlag kauft die Post Emissionszertifikate aus Klimaschutzprojekten, die dem unabhängigen Gold Standard entsprechen. Die Briefe klimaneutral aufzugeben ist freiwillig.

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