Studie «Junge Schweizer*innen 2021» - Geld wird für junge Schweizer und Schweizerinnen wichtiger
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Studie «Junge Schweizer*innen 2021»Geld wird für junge Schweizer und Schweizerinnen wichtiger

Eine repräsentative Studie der Agentur jim & jim zeigt: Der Stellenwert des Geldes hat in der Corona-Pandemie deutlich zugenommen. Soziale Werte müssen hinten anstehen.

von
Daniel Krähenbühl
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Erschien die finanzielle Entlohnung lange Zeit nicht unter den wichtigsten Motivationsfaktoren, hat die Corona-Krise diesen Aspekt bei jungen Menschen verändert.

Erschien die finanzielle Entlohnung lange Zeit nicht unter den wichtigsten Motivationsfaktoren, hat die Corona-Krise diesen Aspekt bei jungen Menschen verändert.

20min/Matthias Spicher
Dies zeigt eine neue Studie: 1000 junge Menschen aus der Deutschschweiz wurden dafür mittels Online-Umfrage befragt.

Dies zeigt eine neue Studie: 1000 junge Menschen aus der Deutschschweiz wurden dafür mittels Online-Umfrage befragt.

20min/Matthias Spicher
Die Studie der Agentur jim & jim beschäftigt sich mit jenen Themen, welche für die Gen Z relevant sind.

Die Studie der Agentur jim & jim beschäftigt sich mit jenen Themen, welche für die Gen Z relevant sind.

jim & jim

Darum gehts

  • Spass und Geld motivieren laut einer neuen Studie die junge Schweizer Bevölkerung.

  • Die Einstellung der jungen Schweizerinnen und Schweizer gegenüber Geld habe sich grundsätzlich verändert.

  • «Geld bringt Sicherheit, Unabhängigkeit und Freiheit. Werte, die während der Pandemie Mangelware sind», erklärt Jugendforscher Simon Schnetzer.

Was motiviert junge Schweizerinnen und Schweizer zu guten Leistungen? Laut einer neuen repräsentativen Umfrage lautet die Antwort: Spass und Geld. Dabei hat der Stellenwert des Geldes in der Corona-Pandemie erheblich zugenommen. Erschien die finanzielle Entlohnung lange Zeit nicht unter den wichtigsten Motivationsfaktoren, hat die Corona-Krise diesen Aspekt verändert.

«Ein grosser Teil der Bevölkerung hat wegen der Kurzarbeit unter Lohneinbussen gelitten, viele Studierenden- und Temporärjobs sind fast gänzlich weggefallen», sagt Simon Schnetzer, Jugend- und Trendforscher und Mitverfasser der Studie. Die Einstellung der jungen Schweizerinnen und Schweizer gegenüber Geld habe sich grundsätzlich verändert: «Geld bringt Sicherheit, Unabhängigkeit und Freiheit. Werte, die während der Pandemie Mangelware sind.»

Während Geld als elementarer Motivationsgrund betrachtet werden muss, müssen soziale Werte wie «Gutes tun», «Teamgefühl» oder «Grosses bewegen» hinten anstehen. Haben die jungen Schweizerinnen und Schweizer also einen egoistischen Fokus? Das lasse sich nicht in dieser Deutlichkeit bestätigen, sagt Simon Schnetzer. «Aber die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und zeigen, dass sich die Antriebsgründe und Motivationen der Personen hauptsächlich auf sich selbst beziehen.» Klar sei jedoch, dass die Jungen ehrgeizig seien, hohe Ansprüche an sich selber stellten und sich durch eine ausgeprägte Ich-Wahrnehmung auszeichnen.

«Junge Schweizer*innen 2021»

Für die Studie «Junge Schweizer*innen 2021» hat die Agentur jim & jim im 4. Quartal 2020 insgesamt 1’202 Jugendliche und junge Erwachsene in der Deutschschweiz zu Themen aus ihrer Lebens- und Arbeitswelt in einer Online-Umfrage befragt. Mehr Infos dazu gibt es unter www.jungeschweizer.ch.

Die Studie wird im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführt. Im Frühling 2021 wurden ebenfalls die beiden Partnerstudien «Junge Deutsche« und «Junge Österreicher:innen» veröffentlicht. Zudem werden die Befragungen in regelmässigen Abständen wiederholt.

«Man klammert sich an alles, was Sicherheit gibt»

Wie die Studie zeigt, hat in der Corona-Pandemie nicht nur die Wertschätzung von Geld zugenommen, wichtiger geworden ist auch der Aspekt der Arbeitsplatzsicherheit: 93 Prozent der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen geben an, dass der Faktor einer impliziten Jobgarantie für die Wahl der beruflichen Tätigkeit entscheidend ist. «In Krisenzeiten, wie wir sie momentan erleben, klammert man sich an alles, was Sicherheit gibt», sagt Fabio Emch, CEO der Agentur jim & jim und Mitverfasser der Studie. Dazu gehörten private Sicherheiten wie Familie und Freunde, aber auch berufliche Parameter wie Lohn und Arbeitsplatzsicherheit.

Lockdown und Homeoffice-Pflicht hätten zudem gezeigt, wie wichtig gutes Teamwork (91%) und eine gesunde Work-Life-Balance (93%) sind. «Gerade in diesen Zeiten wurde vielen Menschen bewusst, dass der persönliche Austausch mit anderen nicht nur im Privat- sondern auch im Berufsleben extrem wichtig ist.» Die positive Stimmung und der Zusammenhalt im Team sei online auf den Prüfstand gestellt worden. «Die Work-Life-Balance wurde während des Lockdowns regelrecht durchgeschüttelt», so Schnetzer. Viele Personen haben ohne Pendeln und durch Kurzarbeit mehr Freizeit, dennoch sei aber durch die Home-Office-Pflicht die Arbeit physisch extrem nahe ans Privatleben gerückt.

Andere hätten – statt beruflich durchzustarten – ihren Job verloren, das Auslandsemester oder Reisen verschieben müssen, so Schnetzer. Dass viele junge Leute nicht vorwärts zu kommen scheinen, rücke immer mehr in den Fokus. «Durch die Corona-Krise werden viele junge Leute immer wieder ‹zurück zum Start› geschickt, als sitze jemand am Reset-Knopf.» Wie die «Generation Reset» aus dem Corona-Trott ausbrechen könnte, erzählt er im Interview mit 20 Minuten.

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