11.06.2015 14:12

Schweizer Kinos

Geld zurück, wenn einem der Film nicht gefällt

Die Idee stammt aus Frankreich: Gefällt den Kinobesuchern der Film nicht, gibts den Eintritt zurück. Nun kommt das Modell in die Schweiz.

von
num
Kein Spass am Film: Beim Geld-zurück-Modell kann der Besucher in der ersten halben Stunde entscheiden, ob er im Saal bleibt.

Kein Spass am Film: Beim Geld-zurück-Modell kann der Besucher in der ersten halben Stunde entscheiden, ob er im Saal bleibt.

Besucher konnten in einem Testbetrieb in zwölf Pariser Kinos eine Karte für 50 Euro kaufen, die zu 10 Eintritten berechtigte. Gefiel ihnen ein Film nicht, konnten sie in der ersten halben Stunde den Saal verlassen – dann wurde der Eintritt nicht abgebucht. Der Test verlief erfolgreich: Kein einziger Besucher nahm die Option in Anspruch.

Das Konzept wird nun kopiert. Der Chef des Westschweizer Kinobetreibers Cinérive, Yves Moser, sagt zu 20 minutes: «Wenn es machbar ist, bringen wir das Modell auch bei uns.» Zunächst müsse man noch technische Fragen lösen – ab dem Spätsommer solle es in einem Saal eingesetzt werden.

Beat Käslin von Arthouse Commercio Movie AG sagt: «Das Konzept ist zu Randzeiten sicher prüfenswert. Es kann dazu führen, dass ein Kinobesucher einen Film ansieht, den er sonst nicht anschauen gehen würde.» So erlebe er vielleicht eine positive Überraschung. Käslin gibt aber zu bedenken: «Bei einem Konzert erhalte ich auch kein Geld zurück, wenn es mir nicht gefallen hat.» Kino sei das günstigste Unterhaltungsmedium überhaupt, da sollte man auch mal ein Risiko eingehen können.

«Ein Gag»

Auch andere Betreiber sind eher skeptisch. Rolf Häfeli von Cinema8 in Schöftland AG sagt: «Spontan finde ich die Idee nicht toll. Ich könnte mir vorstellen, dass so unglaublich viel Nervosität im Kino entsteht.» Häfeli zieht einen Vergleich: «Wenn ich ein neues Getränk teste und es mir nicht schmeckt, kann ich auch nicht für die restlichen 4 Deziliter das Geld zurückverlangen.»

Interessieren dürfte das Konzept auch die Filmverleiher – die sich davon aber wenig begeistert zeigen. Der Filmverleiher Disney habe keinen Einfluss auf das Ticketing, sagt Verkaufsleiter Marcel Dinten. «Die Kinos können solche Aktionen machen, wenn sie wollen. Ich persönlich aber halte sie für einen Gag.» Die beiden grössten Schweizer Kinobetreiber Kitag und Pathé wollten zum neuen Konzept nicht Stellung nehmen.

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