Aktualisiert 09.08.2012 15:29

Sammel-ErfolgGeldregen für Android-Spielkonsole

Die Billig-Konsole Ouya trifft den Nerv der Zeit. Über 60 000 Gamer haben in den letzten 30 Tagen fast neun Millionen US-Dollar für das ambitionierte Open-Source-Projekt locker gemacht.

von
owi

Es ist vollbracht: Die Köpfe hinter der Android-basierten Spielkonsole Ouya haben in einem Monat 8,6 Millionen US-Dollar für ihren Traum gesammelt. Damit wurde das angestrebte Ziel von 950 000 Dollar um 7,6 Millionen übertroffen. Bereits 24 Stunden nach der Präsentation des Projekts stellte die Konsole mit 2,6 Millionen Dollar Geldzusagen einen neuen Rekord auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter auf.

Nun muss das US-Unternehmen Ouya zeigen, dass es die Opensource-Konsole tatsächlich wie angekündigt bis März 2013 lancieren kann.

Den Geldsegen ermöglichten die 63 416 Investoren, die an den Erfolg der Spielkonsole glauben. Rund 60 000 Geldgeber stellten 95 Dollar oder mehr zur Verfügung. Sie sicherten sich somit das Recht auf eine Ouya, noch bevor die Konsole die Läden erreichen wird.

Zwölf Personen haben gar 10 000 oder mehr US-Dollar bereitgestellt und bekommen nun eine Ouya mit ihrem individuellen Nutzernamen, plus eine persönliche Einladung zum Abendessen mit den Ouya-Entwicklern vor der grossen Launch-Party.

Billiger als PlayStation und Co.

Bereits Monate vor dem Verkaufsstart sorgt die Billig-Konsole, die rund 100 Dollar kosten soll, für Wirbel in der Game-Community.

Mit Ouya fallen für die Spieleentwickler keine Lizenzgebühren an; das System ist vollkommen offen. Mit der Android-Konsole sollen Spielefirmen zu einem Bruchteil der Kosten, die für Games auf einer Wii U, PlayStation 3 oder Xbox 360 anfallen, hochwertige Games für das Wohnzimmer produzieren können. Damit will das Unternehmen kleine Spielestudios ködern, die sich bislang aus Kostengründen auf Smartphones und Tablets konzentriert haben. Der Plan könnte aufgehen: Nebst den Branchengrössen Square Enix («Final Fantasy») und Namco Bandai haben auch Independent-Gameentwickler wie der «Minecraft»-Erfinder Notch ihr Interesse an der neuen Konsole angemeldet.

Vor wenigen Tagen verkündete Ouya zudem eine Partnerschaft mit dem Gamestreaming-Anbieter OnLive. Beim sogenannten Cloud-Gaming laufen Spiele vollständig auf den Servern von OnLive. Diese liefern sowohl Grafik wie auch Sound übers Internet auf die Konsole, das Tablet oder Smartphone des Spielers.

Android 4.0 an Bord

Als Betriebssystem kommt voraussichtlich Android 4.0 zum Handkuss. Damit können Entwickler bestehende Android-Apps mit geringem Aufwand auf Ouya portieren. Per HDMI-Kabel wird die Konsole mit einem Fernseher verbunden. Unterstützt wird eine Auflösung von bis zu 1080p. Mittels USB 2.0 und Bluetooth können weitere Geräte angeschlossen werden.

Im Innern taktet wie beim Google-Tablet Nexus 7 ein Tegra-3-Prozessor, der Arbeitsspeicher ist ein Gigabyte gross. Aufgrund der Hardware-Komponenten kommt Ouya nicht an die Leistung einer PS3, Xbox 360 oder der im Herbst erscheinenden Wii U heran.

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