Aktualisiert 29.10.2007 11:14

«Geldvermehrer» liess Geld verschwinden

Ein 34-jähriger Kameruner hat von zwei Schweizern 82 000 Euro erschwindelt. Er hatte den Opfern vorgegeben, mit Hilfe von Chemikalien Geld vermehren zu können.

Die Kantonspolizei Zürich konnte den Betrüger festnehmen und den grössten Teil des Geldes sicherstellen. Der Mann wurde ausgeschafft.

Der Betrug spielte sich nach Angaben der Kantonspolizei vom Montag im vergangenen Juni ab. Der Kameruner, der sich als Tourist in der Schweiz aufhielt, gaukelte seinen Opfern vor, er könne mit dem so genannten Wash-Wash-Verfahren Notengeld herstellen. Dazu müsse er echtes Geld nehmen, dieses abwechselnd mit weissen Papierschnitzeln bündeln und alles mit Puder bestreuen. Nach einer gewissen Zeit entstehe aus dem weissen Papier in einem chemischen Prozess Notengeld. Den Opfern versprach er einen Teil der Gewinnsumme.

Der 28-jährige Mann und die 55-jährige Frau glaubten dem Schwindler und stellten ihm insgesamt 82 000 Euro Bargeld (rund 137 000 Franken) zur Verfügung. In einer Wohnung im Zürcher Unterland bündelte der Betrüger die Noten und bestäubte diese mit Puder. In einem unbeobachteten Moment tauschte er die echten Geldbündel aber mit wertlosen Papierschnitzeln aus. Danach erklärte er seinen Opfern, sie müssten eine Weile mit dem Öffnen des Pakets warten, bis der chemische Prozess abgeschlossen sei. Er werde zu einem späteren Zeitpunkt wieder vorbei kommen.

Wenig später wandte sich der Vermittler des Geldgeschäfts aber an die Kantonspolizei, weil er von einer anderen Person erfahren hatte, dass es sich bei der wundersamen Geldvermehrung um einen Betrug handelte. Die Polizei verhaftete den Kameruner zwei Tage nach der Tat, als er gerade dabei war, einen Geländewagen, den er sich mit dem ergaunerten Geld gekauft hatte, abzuholen. Weil der Garagist das Auto zurückkaufte, konnte die Polizei den Opfern bis auf wenige Tausend Franken alles Geld zurückgeben.

Das Bezirksgericht verurteilte den geständigen Betrüger zu einer bedingten Freiheitsstrafe von acht Monaten; der Mann wurde inzwischen ausgeschafft. Nach Auskunft der Kantonspolizei handelte der Betrüger ohne Hintermänner in der Schweiz. Im Oktober vergangenen Jahres hatte die Zürcher Kantonspolizei eine afrikanische Betrügerbande ausgehoben, die mit demselben Trick einen gutgläubigen Mann um 100 000 Franken geprellt hatte. (dapd)

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