Geldwäscher-Ring: Zwei Tessiner verhaftet
Aktualisiert

Geldwäscher-Ring: Zwei Tessiner verhaftet

Die Finanzpolizei von Belluno (I) hat eine Betrügerbande auffliegen lassen, die in den vergangenen Jahren rund 250 Millionen Euro ins Ausland geschafft haben soll.

Zwei der vier verhafteten mutmasslichen Täter sind im Tessin wohnhaft.

Ein Sprecher der Finanzpolizei von Belluno bestätigte am Mittwochnachmittag auf Anfrage einen entsprechenden Bericht des Internetportals «Ticinoonline». Bei den beiden Tatverdächtigen handelt es sich um zwei gebürtige Italiener, die in Massagno bei Lugano respektive in Giubiasco bei Bellinzona wohnen.

Ihnen wird die Bildung einer kriminellen Organisation, illegale Geldbeschaffung, Geldwäscherei sowie illegaler Waffenbesitz zur Last gelegt. Nebst den vier Verhaftungen ordnete die italienische Polizei für 19 weitere Personen Hausarrest an, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ansa.

Als Botschaft des Staates Vanuatu getarnt

Die mutmasslichen Täter hatten ein Netz von über hundert Off- Shore-Firmen aufgebaut. Ihren Kunden in ganz Italien versprachen sie lukrative Gewinne aus Wechselgeschäften. Unter den über 1500 geprellten Investoren sollen sich auch Persönlichkeiten aus der italienischen Sport- und Showbranche befinden.

Bei der Durchsuchung eines Firmensitzes in Mailand, der als Botschaft des Staates Vanuatu getarnt war, beschlagnahmte die Polizei 26 Pistolen samt Munition sowie Beträge in verschiedenen Währungen im Wert von über einer Million Euro.

Der mutmassliche Chef der Bande schmückte sich mit dem Titel «Ambassador in charge of cultural affairs» des Staates Vanuatu, einer Inselgruppe im Südpazifik.

Das Geld schafften die Betrüger nach ersten Erkenntnissen der italienischen Ermittler in fiktiven Diplomatenkoffern ausser Landes. Auf ihre Spur kamen die Fahnder bei einer Kontrolle am Zoll in Chiasso. Die Bande hatte auch in Lugano eine Niederlassung gegründet.

(sda)

Deine Meinung