Aktualisiert

Geldwäscherei-Meldestelle erfolgreich

Die Verdachtsmeldungen an die Meldestelle für Geldwäscherei haben sich seit 2001 verdoppelt.

Wie das Bundesamt für Polizei am Mittwoch mitteilte, stammte die Mehrzahl der Meldungen aus dem Nicht-Banken-Bereich - zum zweiten Mal in Folge.

Mehr als die Hälfte der Verdachtsfälle resultierte 2003 aus dem internationalen Zahlungsverkehr. Insgesamt gingen 863 Meldungen ein, fast ein Drittel mehr als 2002. Wie bereits 2002 wird die Zunahme mit der verschärften Meldepraxis für Finanzintermediäre erklärt.

Die Meldungen aus dem Nicht-Bankenbereich machten zum zweiten Mal in Folge den Löwenanteil aus - 2003 waren es 65 Prozent. Der Anteil der Banken erreichte 35 Prozent nach 42 im Vorjahr. Aber auch von den Banken gingen mit 302 Meldungen 11,4 Prozent mehr als im Vorjahr ein.

Zahlungsverkehr legt zu

Am stärksten war die Zunahme mit 64,6 Prozent bei den Zahlungsverkehrsdienstleistern und bei den Treuhändern (&14,3 %). Bei den Rechtsanwälten (-25 %), den Versicherungen (-11,1 %) und den Vermögensverwaltern (-12,5 %) ging die Zahl der Meldungen zurück.

Die Gesamtsumme der in dem Zusammenhang gesperrten Vermögenswerte sank um 7,5 Prozent auf 616 Mio. Franken. Das Bundesamt sieht den Rückgang darin begründet, dass bei den Zahlungsverkehrsdienstleistern, die den Grossteil der Meldungen stellen, keine zu sperrenden Vermögenswerte vorhanden sind.

Weniger Verfolgungen

Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2003 weniger Verdachtsmeldungen nach der Analyse an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet. Ihr Anteil betrug 76,6 Prozent, 2,4 Prozent weniger als 2002. Der Rückgang ist auf die geringe Weiterleitungsquote von 61 Prozent beim Zahlungsverkehr zurückzuführen.

Bei Bankmeldungen lag die Quote dafür bei 96 Prozent. Besonders tätig werden mussten der Kanton Zürich und die Bundesanwaltschaft, welche zusammen mehr als die Hälfte der Verfolgungen übernahmen.

Drastisch sank die Zahl der Meldungen im Zusammenhang mit mutmasslicher Terrorfinanzierung. 2003 gingen noch fünf ein (2001: 95, 2002: 15). Alle Meldungen bezogen sich auf publizierte Namenslisten.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.