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Geldwäscherei: Zwei Russen im Wallis verhaftet

Zwei im Wallis wohnhafte russische Geschäftsleute sind wegen Geldwäschereiverdacht verhaftet worden.

Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft stehen in Zusammenhang mit einem Rechtshilfegesuch aus Moskau. Die Brüder bestreiten die Vorwürfe. Ob sie aus der Untersuchungshaft entlassen werden, muss das Bundesgericht entscheiden.

Die Russen im Alter von 45 und 48 Jahren wohnen seit mehreren Jahren in Anzere im Kanton Wallis, wie einer ihrer Anwälte zu einem Bericht der Westschweizer Tageszeitung «Le Temps» sagte. Sie haben eine Million Franken in das Bergbahnunternehmen Tele Anzere investiert. Ausserdem erwarben sie zwei Chalets im Wert von 500.000 bis 600.000 Franken, in denen sie mit ihren Familien leben. Die Bundesanwaltschaft sieht einen möglichen Zusammenhang zwischen den von den Geschäftsmännern investierten Geldern und einem Fall von Unterschlagung in Moskau. In diesem Fall hat Russland im Jahr 2000 ein Rechtshilfegesuch an die Schweiz gestellt. Sie verlangte Informationen über die Genfer Bankkonten des Direktors der Firma, die den Zuschlag zum Bau einer Umfahrungsstrasse in Moskau erhalten hatte. Er wird verdächtig, öffentliche Gelder von gegen 20 Millionen Dollar in die eigene Tasche gesteckt zu haben. Ein Teil des Geldes soll in einer Gesellschaft angelegt sein, die einem der im Wallis verhafteten Russen gehört.

Ende 2004 eröffnete die Bundesanwaltschaft deshalb eine Untersuchung gegen die Brüder. Anfang Juni wurden sie in Untersuchungshaft genommen. Ein Gesuch um Haftentlassung wurde Anfang Juli wegen Flucht- und Kollusionsgefahr abgelehnt. Die Verteidiger reichten dagegen Rekurs ein, so dass jetzt das Bundesgericht entscheiden muss. Die beschuldigten Brüder geben an, den Direktor der Baufirma nicht zu kennen, wie ihr Anwalt Paolo Castiglioni auf Anfrage sagte. Sie seien nicht in Geldwäscherei verwickelt. Das von ihnen im Wallis investierte Geld sei sauber und stamme aus Geschäften in Russland.

(dapd)

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