China: Geleakter Geheimreport zeigt Ausmass der gezielten Vertreibung von Uiguren
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ChinaGeleakter Geheimreport zeigt Ausmass der gezielten Vertreibung von Uiguren

Eine chinesische Universität publizierte kurzzeitig einen Report, der die absichtliche Vertreibung von Uiguren dokumentiert. Mittlerweile ist er nicht mehr online zu finden. China bezeichnet entsprechende Berichte als Propaganda.

von
Lucas Orellano
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Gemäss eines geleakten Geheimreports verfolgt China bei der Vertreibung von Uiguren konkrete Ziele.

Gemäss eines geleakten Geheimreports verfolgt China bei der Vertreibung von Uiguren konkrete Ziele.

AFP
China habe nicht nur wirtschaftliche Interessen, sondern wolle gezielt die Bevölkerungsstruktur der Provinz Xinjiang verändern.

China habe nicht nur wirtschaftliche Interessen, sondern wolle gezielt die Bevölkerungsstruktur der Provinz Xinjiang verändern.

AFP

Darum gehts

  • Ein deutscher Forscher und Aktivist entdeckte den geheimen Nankai-Report auf einer Uni-Webseite.

  • Der Report beschreibt, welche Ziele China mit der systematischen Vertreibung von Uiguren verfolgt.

  • China habe nicht nur wirtschaftliche Interessen, sondern wolle gezielt die Bevölkerungsstruktur der Provinz Xinjiang verändern.

Im Internet ist ein chinesisches Geheimpapier zur Behandlung der Uiguren aufgetaucht. Gefunden hat es der deutsche Forscher und Aktivist Adrian Zenz, der in den USA lebt. Der sogenannte Nankai-Report beschreibt laut Zenz, wie Uiguren zu Hunderttausenden aus der Provinz Xinjiang in Fabriken in Süd- und Ostchina verschleppt werden.

«Der Nankai-Report und andere akademische Quellen aus China legen nahe, dass diese Arbeitsverlegungen nicht nur wirtschaftlichen Interessen dienen, sondern mit der Absicht eingeführt wurden, ethnische Minderheiten gewaltsam aus ihrer Heimat zu vertreiben, ihre Bevölkerungsdichte zu reduzieren und homogene Gemeinschaften zu zerreissen», heisst es im Report.

Uiguren sollen dauerhaft umgesiedelt werden

Die chinesische Zentralregierung wolle die demografische Struktur der Provinz Xinjiang nachhaltig verändern. Rund 220’000 Uiguren sollen gemäss des Schriftstücks dauerhaft in Südchina angesiedelt werden. Im Gegenzug sollen 30’000 Han-Chinesen in die Provinz Xinjiang entsandt werden.

Der Report ist mittlerweile online nicht mehr zu finden. Laut Zenz wurde er vom Dekan der Universität von Nankai geschrieben, auf der Webseite der Universität irrtümlich publiziert und von Zenz umgehend archiviert.

China bestreitet die Berichte über es als Propaganda. Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, handelt es sich laut der chinesischen Regierung bei den Vorgängen in Xinjiang um «notwendige Anti-Terror-Massnahmen». Die Arbeitslager seien Berufsbildungzentren, die Teilnahme an Arbeitsprogrammen sei freiwillig.

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