Handball: Gelingt den Kadetten die Sensation?
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HandballGelingt den Kadetten die Sensation?

Schaffhausen kann am Sonntag in Montpellier den grössten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte realisieren. Das Team nimmt das Achtelfinal-Rückspiel der Champions League mit einem Fünf-Tore-Polster in Angriff.

Mait Patrail trifft im Hinspiel ins Schwarze - kann Schaffhausen Montpellier aus der Champions League werfen?

Mait Patrail trifft im Hinspiel ins Schwarze - kann Schaffhausen Montpellier aus der Champions League werfen?

Allerdings hat der Schweizer Meister im Hinspiel selber erfahren, wie schnell fünf Treffer aufgeholt sind, lag er doch in der 53. Minute noch 29:19 vorne. Deshalb ist sowohl für Hrachovec als auch für Captain David Graubner weiterhin Montpellier der Favorit. Sie müssten auf Sieg spielen, um eine Chance zu haben, sich für die Viertelfinals zu qualifizieren, so Hrachovec. Dass seine Mannschaft im Hinspiel am Schluss etwas nachgelassen hat und deshalb eine noch bessere Ausgangslage vergab, bedauert er nicht: Es dürfe nicht vergessen werden, dass bis zum 29:19 alles perfekt gelaufen sei.

Klar ist, dass die Kadetten nur mit einer weiteren Topleistung - insbesondere von Torhüter Björgvin Gustavsson - die Sensation schaffen können. Denn ohne den Auftritt der Schaffhauser schmälern zu wollen, muss auch gesagt werden, dass Montpellier im Hinspiel mehr als enttäuscht hatte. «Es war unser schlechtester Match der gesamten Saison», erklärte der slowenische Internationale Vid Kavticnik. Es sei schrecklich gewesen, wie sie gespielt hätten. Und auf die Frage, in welchem Bereich sie sich gegenüber dem Hinspiel am meisten verbessern müssten, antwortete der Linkshänder: «In allem.» Jeder habe weit unter seinem normalen Niveau agiert. Dies galt vor allem auch für Nikola Karabatic, den Welthandballer von 2007 und MVP der diesjährigen WM in Schweden.

Montpellier wird mit Sicherheit anders auftreten als in Winterthur, dafür sind alleine schon die zu erwartenden 9000 Zuschauer Garant. Zudem rechnet Hrachovec damit, dass die im Hinspiel verletzungshalber ausgefallenen William Accambray und Aymen Hammed ins Team zurückkehren - Accambray war beim WM-Titelgewinn Frankreichs eine der Entdeckungen.

Der Druck befindet sich ganz klar auf Seiten Montpelliers, denn es wäre für die ambitionierten Südfranzosen, die vom Final-Four-Turnier am 28. und 29. Mai in Köln träumen, fast schon eine Schande, würden sie gegen die Kadetten scheitern. Deshalb ist für die Schaffhauser ein guter Start umso wichtiger. Je länger sie auf eine Überraschung hoffen können, desto nervöser dürften die Gastgeber werden.

Kavticnik erwartet jedenfalls eine schwierige Aufgabe: «Schaffhausen ist ein starkes Team mit aussergewöhnlichen Spielern.» Sie müssten sich ans Limit pushen, um mit mindestens sechs Toren Unterschied zu gewinnen. Es sei eine grosse Herausforderung. David Graubner sagt: «Wenn es klappt, ist es super. Und sonst haben wir unseren Fans wenigstens in einem Spiel nochmals gezeigt, wer wir sind, und was wir können.»

Die Hauptprobe für die Partie vom Sonntag ist beiden Mannschaften geglückt. Die Kadetten setzten sich am Mittwoch in der NLA-Finalrunde zu Hause gegen St. Otmar St. Gallen souverän 36:26 durch. Montpellier fertigte Nantes daheim 31:16 ab. Dabei gab Wissem Hmam, der Torschützenkönig der WM 2005, nach mehrmonatiger Pause sein Comeback; in Winterthur hatte der Tunesier nur auf der Bank gesessen. (si)

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