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«Nicht so viel quatschen»Gelson möchte der Nati die Handys abstellen

Hängt die Schweizer Nati zu viel am Handy? Ja, findet Gelson Fernandes. Und er fordert vor Brasilien: weniger quatschen, mehr liefern.

Florian Raz
Toljatti
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Florian Raz
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Er weiss, dass er in Russland nur dann zum Einsatz kommen wird, wenn die Pläne von Vladimir Petkovic durcheinandergewirbelt werden. Genau darum ist Gelson Fernandes so wertvoll für die Schweizer Nationalmannschaft. Weil er nicht murrt, wenn er Ersatz ist. Und weil er trotzdem den Mitspielern mit seiner Erfahrung und seiner positiven Art hilft.

Nicht zuletzt ist der Mittelfeldspieler ein Geschenk der Götter für die Journalisten in Russland. Sieben Sprachen spricht Fernandes: Französisch, Italienisch, Deutsch, Portugiesisch, Englisch, Spanisch sowie Kreolisch. Und egal in welcher Sprache er gerade Auskunft gibt: Der 31-Jährige ist keiner, der Phrasen drischt. Wenn der Mann von der Frankfurter Eintracht redet, dann mit Gehalt.

Also spricht er ganz ehrlich noch einmal über jene schwierige Phase, die die Schweizer vor der EM 2016 zu überstehen hatten. «Es gab da Gegner, die uns fast kaputtgemacht haben, etwa beim 0:2 gegen Bosnien zu Hause», erzählt er, «aber wir sind damals an dieser schwierigen Situation gewachsen.»

Das Lob an Trainer Petkovic

Vor allem der Trainer habe seinen Anteil daran gehabt, dass die Mannschaft danach besser zueinander gefunden habe: «Vladimir Petkovic hat eine sehr hohe Sozialkompetenz.» Auch im Team sei gearbeitet worden, «wir haben uns ausgesprochen und ein paar Dinge verändert».

Das hat sich ausbezahlt. Die Mannschaft, die sich zwischen den hohen eigenen Ansprüchen und der harten Realität zu verlieren drohte, wurde zu einem Ort, an dem die Schweizer Kraft tanken. «Einige unserer Spieler haben immer mal wieder schwierigere Momente in ihren Clubs», schildert Fernandes, «aber wenn sie ins Nationalteam kommen, erhalten sie frischen Sauerstoff.» Von dieser Kraft soll die Nati an der WM zehren.

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Immer diese Handys

Nur etwas passt ihm derzeit im WM-Team nicht. «Wir sind viel zu viel am Handy», klagt er, «Djourou hat gesagt, dass es eine App gibt, die das Handy in den Schlafmodus stellt – und danach kannst du nichts mehr damit machen.»

Für Gelson wäre das sogar eine gute Sache, um die Mitspieler von Whatsapp, Instagram und Facebook wegbekommen zu können. «Vielleicht müssen wir die installieren», sagt er – wenn auch mit einem zwinkernden Auge.

Völlig ernst dagegen wird Gelson Fernandes, wenn er sagt, was seine Mannschaft in Russland tun muss, um erfolgreich zu sein: «Wir sollten nicht zu viel quatschen. Sondern auf dem Platz rennen, kämpfen, mit Vollgas spielen, danach ausruhen, essen und trainieren. So müssen wir das machen, um erfolgreich zu sein.»

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