Aktualisiert 09.11.2020 16:55

Mysteriöse Couverts mit Geld«Wir dachten es sei einfach die gesuchte Person zu finden»

Zweimal lagen im Briefkasten der Gemeinde Kirchleerau (AG) Umschläge mit Geld. Von wem die Beträge stammen, weiss man auch nach Jahren nicht.

von
Daniela Gigor
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Im Briefkasten der Gemeinde Kirchleerau AG landeten über mehrere Jahre Umschläge mit Bargeld. In einem Umschlag war 2012 eine Notiz: «1000 Franken für Steuernachzahlung».

Im Briefkasten der Gemeinde Kirchleerau AG landeten über mehrere Jahre Umschläge mit Bargeld. In einem Umschlag war 2012 eine Notiz: «1000 Franken für Steuernachzahlung».

KEYSTONE
Die Gemeinde versuchte, den Absender der Umschläge zu finden.

Die Gemeinde versuchte, den Absender der Umschläge zu finden.

Wikimedia/LuFiLa
Doch unter den weniger als 900 Einwohnern wurden die Behörden nicht fündig.

Doch unter den weniger als 900 Einwohnern wurden die Behörden nicht fündig.

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Darum gehts

  • Die Gemeinde Kirchleerau rätselt: Insgesamt 3000 Franken wurden anonym in den Briefkasten der Gemeinde eingeworfen.

  • Ein Brief von 2012 enthielt die Notiz «1000 Franken für Steuernachzahlung». Zwei Jahre später folgte ein weiterer Umschlag mit Geld.

  • Den Absender konnte die Gemeinde trotz aufwändigen Recherchen nie ausfindig machen, nun wird das Geld als neutraler Gemeindeertrag in der Rechnung der Gemeinde eingebucht.

  • Der Leiter Finanzen vermutet: «Vielleicht hatte ich sogar mit dieser Person telefonischen Kontakt und es wäre möglich, dass der betroffene Unbekannte schlichtweg vergass, dass er das Geld eingeworfen hatte.»

Mysteriöse Briefe im Briefkasten der Gemeinde Kirchleerau: Zweimal hat die Gemeinde Briefe erhalten, in denen Bargeld enthalten war. Erstmals passiert war dies bereits 2012, wie Alex Bissola, der Leiter Finanzen der Gemeinde gegenüber der «Aargauer Zeitung» bestätigt. Damals lag ein Brief mit 1000 Franken im Briefkasten. Enthalten war auch eine Notiz: «1000 Franken für Steuernachzahlung», hiess es dort.

«Der Brief wurde damals über die Mittagszeit eingeworfen und der Schrift nach zu urteilen, handelt es sich beim Unbekannten um eine ältere Person», sagt Bissola auf Anfrage. Die Gemeinde versuchte in der Folge, den Absender unter den knapp 900 Einwohnern ausfindig zu machen – vergeblich. Bissola: «Wir dachten, dies sei eine einfache Angelegenheit wurden aber eines Besseren belehrt.» Man habe auch telefonisch nachgefragt bei Personen, die allenfalls in Frage gekommen wären. Doch auch dies brachte keinen Erfolg.

Trotz aller Mühe konnte die gesuchte Person nicht gefunden werden

So wurde die unbekannte Person etwa im Bulletin der Gemeinde aufgefordert, sich zu melden. Laut Bissola ist es sogar soweit gegangen, dass mehrere Brainstormings stattgefunden hätten: «Der Gemeinderat hatte beschlossen, dass die gesuchte Person eine Schriftprobe hätte abgeben sollen und wir hätten zusätzlich nach dem eingeworfenen Betrag gefragt, damit wir den Unbekannten hätten identifizieren können.»

Trotz aller Mühe gelang es der Gemeinde jedoch nicht, die gesuchte Person unter den damals rund 600 Steuerpflichtigen ausfindig zu machen. Im Gegenteil: Zwei Jahre später wurden auf die gleiche Weise nochmals 2000 Franken in den Briefkasten der Verwaltung von Kirchleerau eingeworfen. Anhand der Schrift könnte es sich um denselben Absender handeln. Bissola hat eine Vermutung, woher das Geld stammen könnte: «Vielleicht hatte ich sogar mit dieser Person telefonischen Kontakt und es wäre möglich, dass der betroffene Unbekannte schlichtweg vergass, dass er das Geld eingeworfen hatte.»

Weil nach fünf Jahren die Suche nach dem Absender aufgegeben werden darf, werde das Geld nun als neutraler Gemeindeertrag in der Rechnung eingebucht. Das Nachsehen hat nun der Kanton Aargau. Denn dieser hätte bei einer ordentlichen Steuernachzahlung das Anrecht auf rund die Hälfte des Betrages gehabt.

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127 Kommentare
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Paulina

09.11.2020, 16:08

6 jahr alte Geschichte wurde minimum schon 2 artikel darüber verfasst. Ich erinnere mich nämlich noch

Otto

09.11.2020, 16:05

kann ich mich da melden auf der Gmend?

Rüdisüli

09.11.2020, 15:57

Das Geld muss von einem Verrückten sein!!!