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Uzwil SGGemeinde hat Ärger mit Kunstrasen-Fussballfeld

Im besten Fall hätte der Kunstrasen von Uzwil bis 2025 halten sollen. Doch jetzt ist er schon kaputt und muss für viel Geld ersetzt werden.

von
dst
Der Kunstrasenplatz auf der Sportanlage Rüti in Henau wird gereinigt. Nach neun Jahren muss er bereits saniert werden.

Der Kunstrasenplatz auf der Sportanlage Rüti in Henau wird gereinigt. Nach neun Jahren muss er bereits saniert werden.

Der Kunstrasen auf der der Sportanlage Rüti sorgt für Frust in der Gemeinde Uzwil. Erst im Jahr 2005 für 1,8 Millionen Franken erstellt, muss das künstliche Grün bereits ersetzt werden. «Der Platz wird zusehends unbespielbar, die Unfallgefahr steigt», sagt Thomas Stricker, Leiter der Uzwiler Gemeindeverwaltung. Beim Bau ging man eigentlich davon aus, dass die Unterlage zwischen 15 und 20 Jahren hält.

Der Grund für den Uzwiler Kunstrasen-Ärger ist das Grummi-Granulat, das die oberste Schicht des Rasenteppichs füllt. «Es ist nicht mehr UV-beständig und verklumpt», sagt Stricker. Das hat unangenehme Folgen für die Spieler. Nach dem Training oder einem Match sind ihre Fussballschuhe mit Granulat verklebt.

«Ärgerlich»

«Es ist für uns ärgerlich, dass wir den Kunstrasen jetzt schon ersetzen müssen», sagt Stricker. Trotz intensiven Unterhalts kann das Feld jetzt nur noch bis nächsten Frühling bespielt werden. Laut Stricker hat es auch an anderen Orten Probleme gegeben mit dem Granulat.

Die Sanierung kostet laut Mitteilung der Gemeinde 580'000 Franken. Man hat zwar mit dem Lieferanten des Granulats verhandelt, «aber leider bislang ohne Erfolg», wie Stricker sagt. Die Garantie für den Kunstrasen endete nach fünf Jahren. «Wir müssen in den sauren Apfel beissen.» Weil auf der künstlichen Unterlage das ganz Jahr über gespielt werden könne, wolle man darauf nicht verzichten.

An anderen Orten laut Hersteller keine Probleme

Bei der Firma Gezolan AG in Dagmersellen, die das Granulat geliefert hat, ist man überrascht von der Situation. «Wir arbeiten mit allen Verantwortlichen daran, die Ursache zu finden. Da mehrere Firmen am Bau beteiligt waren, können diese sehr unterschiedlich sein», sagt Sprecher Peter Glanzmann. Er betont, dasselbe Granulat wie auf der Sportanlage Rüti sei an anderen Orten problemlos verwendet worden.

In der Stadt St. Gallen, wo es fünf künstliche Fussballfelder gibt, hat man bisher keine negativen Erfahrungen mit verklumptem Granulat gemacht. «Aber wir können den Ärger der Uzwiler verstehen», sagt Martin Bühler, Leiter der Sportanlagen. In St. Gallen rechne man für die Kunstrasen mit einer Lebensdauer von 12 bis 15 Jahren. «Eine Garantie dafür, dass sie so lange halten, gibt es jedoch nie.»

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