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Fräschels FRGemeinde leidet unter intensivem Hanfgeruch

Ein Politikum der besonderen Art: In Fräschels beschwerten sich die Dorfbewohner an der Gemeindeversammlung über beissenden Hanfgeruch. Er verpeste die frische Landluft.

von
Mira Weingartner

Gemeindeammann Peter Hauser über die Geruchsproblematik. Im Hintergrund ist die mutmassliche Geruchsquelle zu sehen. (Video: 20min / miw)

Im Bauerndorf Fräschels im Grossen Moos ärgert man sich nicht etwa über das nächtliche Gebimmel der Dorfglocke oder den Gestank nach Gülle – die Bewohner stören sich vielmehr am unangenehm penetranten Hanfgeruch, der an manchen Tagen in der dortigen Landluft liegt.

«Man kann dem süsslich beissenden Geruch einfach nicht entfliehen – mit der Zeit wird dies unerträglich», so eine Dorfbewohnerin gegenüber 20 Minuten. Eine andere Spaziergängerin sagt: «Wenn es den ganzen Tag ‹gräselet›, dann geht das an die Substanz.»

Geruch wird zum Politikum

An der Gemeindeversammlung vom Montagabend kam das Thema dann auch prompt zur Sprache: Mehrere Bewohner beklagten sich bei den Vorsitzenden über die ungewöhnliche Geruchsemission. «Mir ist mehrmals aufgefallen, dass es im Dorf oft stinkt wie an einer Kifferparty», wird ein Anwesender in den «Freiburger Nachrichten» zitiert. Die Stimmbürger wollten Genaueres über die Geruchsquelle erfahren.

«Es ist eine Diskussion entbrannt», bestätigt Gemeindeammann Peter Hauser. Vorerst konnte er seine Mitbürger aber beruhigen – «alles scheint im grünen Bereich zu sein.»

Der wahrscheinliche Grund für den Geruch ist ein ansässiger Landwirt, der in einem alten Lagerhaus oberhalb des örtlichen Bahnhofs über mehrere Tage Hanf trocknete. «Dieser ist legal angepflanzt und wird später etwa für medizinische Zwecke verwendet», weiss eine Bekannte des Seeländer Bauern.

Aufatmen in Fräschels

Auch Hauser war aufgefallen, dass die Hanfgeruchs-Emmissionen im vergangenen Herbst stark zugenommen haben. Er könne den Ärger verstehen, sagt er: «Der Geruch ist schon sehr intensiv.» Viel dagegen unternehmen könne die Gemeinde allerdings nicht: Handelt es sich um einen legalen Anbau, gehöre dies zu einem Landwirschaftsbetrieb.

Im Namen der Gemeinde hat Hauser trotzdem Kontakt mit dem Hanfbauern aufgenommen. Man kenne sich schliesslich gut: «Wir werden das Problem analysieren und mit ihm besprechen.» Konkrete Massnahmen seien keine geplant.

Die Fräschelser können dennoch aufatmen: Die geernteten Fasern, Samen, Blätter und Blüten der Hanfpflanze seien nun getrocknet. Bis zur nächsten Ernte dürfte sich also der Geruch im Dorf kaum mehr verbreiten.

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