Aktualisiert 30.06.2016 06:42

1. August

Gemeinde ruft zum Feuerwerk-Boykott auf

Besinnlich statt knallig: Die Bevölkerung von Udligenswil soll am 1. August auf Feuerwerk verzichten und stattdessen Lampions und Schweizerfahnen hissen.

von
mme
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Möchten die Behörden von Udligenswil nicht sehen: Feuerwerk am Nationalfeiertag.

Möchten die Behörden von Udligenswil nicht sehen: Feuerwerk am Nationalfeiertag.

Diese würden Mensch und Tier erschrecken und die Umwelt verpesten.

Diese würden Mensch und Tier erschrecken und die Umwelt verpesten.

Statt Feuerwerk würden die Behörden viel lieber Lampions und dergleichen sehen.

Statt Feuerwerk würden die Behörden viel lieber Lampions und dergleichen sehen.

Nationalfeiertag ohne Feuerwerk? In der Schweiz ist das kaum vorstellbar. Doch genau dies wollen die Behörden von Udligenswil jetzt erreichen: Im jüngsten Infoblatt an die Bevölkerung wird dazu aufgerufen, am 1. August auf Raketen und Böller zu verzichten. «Nicht alle Menschen und Tiere erfreuen sich den lauten Knalleffekten von Feuerwerken. Sie können sogar Angst und Panik auslösen», heisst es dort. Zudem würde Feuerwerk die Umwelt verschmutzen. Das Bundesamt für Umwelt teilte dazu am letzten 1. August mit, dass pro Jahr durch das Abbrennen aller Feuerwerke zusammen in der Schweiz 360 Tonnen Feinstaub entstehen.

Häuser mit Schweizerfahnen schmücken

Die Gemeinde Udligenswil möchte lieber einen besinnlichen, ruhigen Nationalfeiertag begehen. Statt Feuerwerk wird folgendes empfohlen: «Tischlampen, Lichterschlangen, Leuchtobjekte, Deko-Lichter, Lichtkugeln, Girlanden, Wimpelketten, Luftballons, Fahnen, bunte Bänder oder Finnenkerzen sind sehr schön. Besonders festlich wird unser Nationalfeiertag, wenn Häuser, Gärten und Balkone geschmückt und die Schweizerfahnen gehisst sind.»

Laut Gemeindeschreiber Reto Schöpfer wurde der Aufruf gemacht, weil seit 2014 eine strengere Sprengschutzverordnung gilt und man auch an die Sicherheit appelliert. Zudem nehme man auch Aufrufe des Schweizer Tierschutzes ernst, der jeweils vor dem erschreckenden Lärm warne. «Und natürlich gibt es auch Leute, die es nicht schätzen, wenn ihre Nachbarn nach 22 Uhr noch ein privates Seenachtsfäschtli veranstalten.»

Die Gemeinde habe den gleichen Aufruf früher schon einmal gemacht. Messbar sei die Resonanz darauf nicht gewesen. Auch Schöpfer sagt: «Ich gehe schon davon aus, dass einige Leuten den Nationalfeiertag auch mit Feuerwerk zelebrieren wollen.»

«Das ist der Gipfel»

Bei der Läubli Feuerwerk AG aus Aesch ist man gar nicht erfreut über den offiziellen Boykottaufruf einer Behörde: «Das ist doch der Gipfel, wir leben in einem freien Land. Feuerwerk am Nationalfeiertag ist doch eine tolle Tradition», sagt Inhaberin Anna Lisa Läubli. Klar seien gegenseitige Rücksichtnahme und Vernunft erwünscht, «aber man soll Traditionen wie das Feuerwerk am ersten August bewahren. Nie sieht man so viele glückliche Menschen». Es gebe halt nur Feuerwerk-Befürworter und Gegner. «Dazwischen gibt es nichts.»

Zu welchem Lager gehören Sie? Knallige Raketen oder lieber besinnliche Lampions? Nehmen Sie an der Umfrage teil. Am Donnerstag werden wir über das Resultat informieren.

Was mögen Sie am 1. August besonders, was gar nicht? Wischen Sie sich durch typische schweizerische Aktivitäten am Nationalfeiertag:

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