Aktualisiert 21.11.2017 16:01

SexbotsGemeinde sieht plötzlich nur noch Pos und Brüste

Auf Twitter spammen Sexbots wie wild. Ihre anzüglichen Tweets versehen sie mit diversen Hashtags: Neben der SRF-«Arena» und dem «Tatort» trifft es nun auch Kriens LU.

von
gwa
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Tweets mit Bildern von Frauen in anzüglichen Posen – das sehen Twitter-User momentan zuhauf, wenn sie nach #kriens suchen. Grund: Sexbots fluten den Hashtag derzeit mit ihren Tweets, die willkürlich mit verschiedenen Hashtags versehen werden.

Tweets mit Bildern von Frauen in anzüglichen Posen – das sehen Twitter-User momentan zuhauf, wenn sie nach #kriens suchen. Grund: Sexbots fluten den Hashtag derzeit mit ihren Tweets, die willkürlich mit verschiedenen Hashtags versehen werden.

#kriens ist also nicht allein. In diesen Tweet haben sich etwa auch Kojoten und Schauspieler Kevin Spacey in die Hashtags verirrt.

#kriens ist also nicht allein. In diesen Tweet haben sich etwa auch Kojoten und Schauspieler Kevin Spacey in die Hashtags verirrt.

Auch vor den süssen Pokémon machen die Sexbots nicht Halt. Immer wieder sind auch Hashtags mit sexuellem Inhalt dabei.

Auch vor den süssen Pokémon machen die Sexbots nicht Halt. Immer wieder sind auch Hashtags mit sexuellem Inhalt dabei.

«Oh my god», «ohhhh», «OMG» und «Awesome» – unter anderem so kommentieren Sexbots auf Twitter ihre Tweets. Versehen sind die Tweets mit schlüpfrigen Bildern von Frauen in anzüglichen Posen. Wer momentan auf Twitter nach #kriens sucht, stösst auf eine wahre Flutwelle solcher Tweets.

Eine in den Tweets angegebene Website ist in Russland registriert. Wer darauf zugreift, landet auf zweifelhaften Seiten mit expliziten Inhalten. Bereits im Sommer 2016 wurde die Gemeinde von solchen Sexbots heimgesucht, die für Sexcam-Shows warben.

Auch «Tatort» und SRF-«Arena» betroffen

«Grundsätzlich versuchen die Betreiber solcher Accounts Produkte oder Dienstleistungen zu vertreiben, für die man über die üblichen Kanäle nicht werben kann», sagt Social-Media-Experte Daniel Graf. Pornografie oder andere zwielichtige Inhalte würden deshalb via Spam verbreitet. «Die Anzeigen werden breit gestreut, um möglichst viele Leute zu erreichen. Das passiert unter anderem auch über geografische Angaben wie Kriens.»

Oft werden auch Hashtags überflutet, die gerade im Trend sind: «Entsprechend verschwinden die Spambots auch wieder, wenn der Trend abflaut.» Gewisse Bots seien auch fähig, Hashtags zu erkennen, die mit einem gewissen Rhythmus genutzt werden. Das sei etwa beim «Tatort» oder jüngst bei der SRF-Sendung «Arena» schon der Fall gewesen. Wenn solche Hashtags rund um den Zeitraum der Ausstrahlung vermehrt genutzt werden, steigt auch die Aktivität der Spambots an.

Wehren könne man sich, indem man die einzelnen Spamaccounts an Twitter meldet. Diese würden anschliessend gelöscht. Die Betreiber der Plattform gehen auch von sich aus gegen Spambots vor: «Das Verhalten von Accounts wird untersucht», so Graf. Würden von einem Account innert kurzer Zeit hunderte Tweets abgesetzt, werde dieser als Spam identifiziert und gelöscht. Das hindere Sexbot-Betreiber aber nicht daran, immer wieder neue Accounts zu eröffnen.

#kriens ist nicht allein

Wie aber auch scheinbar willkürlich die verschiedenen Hashtags von den Sexbots gewählt werden, zeigt ein kurzer Blick auf die einzelnen Tweets: Eine absurde Mischung von Hashtags findet man dort. Neben #kriens sind die Tweets etwa mit anderen geographischen Angaben wie #prague oder #tschechien versehen. Aber auch die Gamer werden in einem Zug mit den Kriensern angesprochen – etwa mit den Hashtags #nintendo, #pokemontrainer, #pikachu oder #twitch, eine grosse Streamingplattform für Gamer.

Mit #vapecommunity werden E-Zigaretten-Fans und mit #instafitness die Fitness-Community angesprochen. Auch #kevinspacey findet man neben #kriens. Zwischen all diesen Beispielen sind natürlich auch Hashtags mit sexuellem Inhalt aufgeführt.

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