Nach Vorwürfen: Gemeinde St. Moritz erläutert hohe Rechnung vom Parkhaus
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Nach VorwürfenGemeinde St. Moritz erläutert hohe Rechnung vom Parkhaus

Thomas Brodbeck erhielt fürs Parkieren und Aufladen seines Elektroautos in einem Parkhaus in St. Moritz eine unüblich hohe Rechnung. Er war verärgert. Nun erklärt sich die Gemeinde und schlüsselt die Kosten auf.

von
Michel Eggimann
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Thomas Brodbeck hat sein Elektroauto im Parkhaus Serletta aufgeladen.

Thomas Brodbeck hat sein Elektroauto im Parkhaus Serletta aufgeladen.

KEYSTONE
Für das Aufladen seines Autos wurden ihm unüblich hohe Gebühren verrechnet.

Für das Aufladen seines Autos wurden ihm unüblich hohe Gebühren verrechnet.

Thomas Brodbeck
Brodbeck hat eigentlich ein Abo mit Audi gelöst, damit ihm beim Aufladen keine hohen Kosten entstehen.

Brodbeck hat eigentlich ein Abo mit Audi gelöst, damit ihm beim Aufladen keine hohen Kosten entstehen.

Thomas Brodbeck

Darum gehts

  • Thomas Brodbeck parkierte kürzlich sein Elektroauto über Nacht im Parkhaus Serletta in St. Moritz.
  • Dabei lud der 50-Jährige den Akku seines Elektroautos auf.
  • Am nächsten Tag musste er eine Rechnung von rund 120 Franken bezahlen.
  • Er spricht von Abzocke und hat keine Erklärung für die unüblich hohen Kosten.
  • Die Gemeinde St. Moritz schlüsselt die Kosten auf.

«Das ist eine absolute Abzockerei», entfuhr es dem 50-jährigen Thomas Brodbeck. Er parkierte kürzlich sein Elektroauto im Parkhaus Serletta und lud bei der Gelegenheit den Akku seines Autos auf, da es im Parkhaus mehrere Zapfsäulen für Elektrofahrzeuge hat. Als er am nächsten Morgen das Parkhaus mit dem Auto verlassen wollte, ärgerte sich Brodbeck. Die Gebühren beliefen sich auf rund 120 Franken. Davon seien 93.80 Franken für das Aufladen verrechnet worden. Dies sei ein überrissener Preis für den Strombezug von 12 kWh, er hatte keine Erklärung für diese Kosten. Denn für das Aufladen seines Audi E-tron habe er ein Abo beim Hersteller abgeschlossen.

Patrik Casagrande, Geschäftsführer von St. Moritz Energie, das das Parkhaus betreibt, hatte am Sonntag nur eine mögliche Erklärung für die hohen Gebühren von 93.80 Franken fürs Aufladen. Diese gebe es wegen verschiedenen Systemen in der Elektroautobranche. Wenn also ein Audi bei gewissen Tankstellen aufgeladen wird, können Kosten entstehen, die an anderen Tankstellen nicht verrechnet werden.

St. Moritz verrechnet nur einstelligen Frankenbetrag

Die Gemeinde St. Moritz war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Einen Tag danach schlüsselt die Gemeinde die Kosten auf und distanziert sich klar vom Vorwurf der Abzockerei. «Unsere Kosten belaufen sich lediglich auf einen tiefen einstelligen Frankenbetrag, den wir beim entsprechenden Service-Provider in Rechnung stellen», heisst es in einer Stellungnahme.

Die Gebühren von 93.80 Franken seien aufgrund des gewählten Tarifplans im Vertrag von Brodbeck entstanden. Damit klärt die Gemeinde auf, was auch schon Patrik Casagrande von St. Moritz Energie erwähnte. Die Kosten sind nicht in direktem Zusammenhang mit dem Parkhaus Serletta zustande gekommen, sondern durch den Vertrag des 50-jährigen Kunden mit seinem Ausrüster Audi. Und dort gelte ein Minutentarif für die gesamte Dauer, an der das Fahrzeug jeweils mit der Ladestation verbunden sei, heisst es bei der Gemeinde St. Moritz. Folglich habe der Preis nichts mit der gelieferten Menge zu tun, sondern mit der Ladedauer von in diesem Fall über 14 Stunden.

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