27.01.2019 13:59

Wolfwil SO

Gemeinde staunt über 200-Mio-Wasserrechnung

Die Gemeindeverwaltung Wolfwil entdeckte auf ihrem Computer eine neunstellige Wasserrechnung. Der Gemeindepräsident witterte bereits das grosse Geld – zu früh.

von
pal
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Diese Wasser-Rechnung über  204'970'052 Franken entdeckte die Gemeindeverwaltung Wolfwil auf ihrem PC.

Diese Wasser-Rechnung über 204'970'052 Franken entdeckte die Gemeindeverwaltung Wolfwil auf ihrem PC.

Facebook/Georg Lindemann
«Die Gemeindefinanzen sind saniert», frohlockte Gemeindepräsident Georg Lindemann auf Facebook.

«Die Gemeindefinanzen sind saniert», frohlockte Gemeindepräsident Georg Lindemann auf Facebook.

Facebook
Allerdings war die Millionenrechnung auf den Defekt eines Wasserzählers zurückzuführen (Symbolbild).

Allerdings war die Millionenrechnung auf den Defekt eines Wasserzählers zurückzuführen (Symbolbild).

Keystone/Christian Beutler/Symbolbild

Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung Wolfwil rieben sich die Augen, als sie vor kurzem auf ihrem Computer eine Wasser-Rechnung in Höhe von 204'970'052 Franken entdeckten: Gemäss der Rechnung soll ein Einwohner im letzten halben Jahr nicht weniger als 99'985'225 Kubikmeter Wasser bezogen haben. «Die Gemeindefinanzen sind saniert! Was für eine sagenhafte Wasserrechnung!», jubelte Gemeindepräsident Georg Lindemann auf Facebook.

Keine Geldprobleme mehr

Allerdings wusste Lindemann da bereits, dass die Millionenrechnung zu schön war, um wahr zu sein. «Leider ist sie nur auf den Defekt eines Wasserzählers zurückzuführen», erklärt er weiter. Ein Fünkchen Hoffnung will sich der Gemeindepräsident dennoch bewahren. «Wir haben beim Bezüger noch nicht nachgefragt. Vielleicht zahlt er ja trotzdem?», scherzt er.

Die Reaktionen auf Lindemanns Facebook-Post liessen nicht lange auf sich warten. Peter Siegenthaler, Präsident des kantonalen Einwohnergemeindeverbandes, witzelte: «Gratuliere! Kann ich mir den Zähler ausleihen?» Auch Susanne Niederhauser, Leiterin Verkaufssupport bei der Mobiliar in Balsthal, konnte sich einen augenzwinkernden Kommentar nicht verkneifen: «Wird der Wasserverlust nicht durch die Versicherung bezahlt?»

Schreck blieb erspart

Doch wie kam es genau zu diesem ungewöhnlichen Betrag? Ein Zähler ausserhalb einer Liegenschaft in einem Schacht hatte dazu geführt: «Der Zähler lag dort im Wasser, weshalb er nicht richtig funktionierte», erklärte der Wolfwiler Verwaltungsleiter Paul Jäggi gegenüber der «Solothurner Zeitung» .

Da die Daten elektronisch erfasst worden seien, landeten sie sofort auf dem PC. Der hohe Betrag stach Jäggi sofort ins Auge: Die Rechnung wurde aussortiert und gar nicht erst zugestellt. So blieb dem Adressaten ein Schock erspart.

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