Aktualisiert 18.02.2011 13:27

BürglenGemeinde sucht Bleibe für den Müll-Terroristen

Seit Dezember könnte Müll-Kosovare Murtez Ademaj aus seiner Wohnung gewiesen werden. Nichts geschah. Jetzt sucht die Gemeinde eine Lösung.

von
mko/eli
Murtez und Zize Ademaj in ihrem vermüllten Garten.

Murtez und Zize Ademaj in ihrem vermüllten Garten.

«Wir wollen nicht, dass Herr Ademaj uns vorwerfen kann, wir hätten ihn auf die Strasse gestellt», begründet der Bürgler Gemeindepräsident Armin Eugster (CVP) die überraschende Wende im Fall des Müll-Kosovaren aus dem Thurgau.

Und: Man sei daran eine Lösung für die sechsköpfige Familie zu finden. «Wir versuchen nur zu vermitteln», sagt Eugster. Für die Miet- und Umzugskosten müsse der Kosovare selbst aufkommen. Bis anhin hatte die Gemeinde im Umgang mit den Ademajs eine unnachgiebige Haltung eingenommen.

Das Oberhaupt der Familie, der 56-jährige Murtez Ademaj, liegt seit bald einem Jahr in einem bizarren Streit mit den Behörden. Seinem Ärger machte der IV-Rentner letztes Jahr Luft, indem er seinen Garten in eine stinkende Mülldeponie verwandelte (20 Minuten Online berichtete).

Im Dezember erliess das zuständige Bezirksgericht einen Räumungsbefehl. Ohne Folgen: Die Familie macht keine Anstalten, das Haus zu verlassen. Und der Vermieter zögert mit der Vollstreckung.

Im Dorf sind die Meinungen geteilt: Während die einen Mitleid mit den Kindern der Ademajs zeigen, finden andere, es reiche nun: «Der tanzt allen auf der Nase herum und dafür sucht man ihm jetzt eine Wohnung», sagt ein Gewerbler. «Das soll einer verstehen.»

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