Illegaler Anlass in Gommiswald : Gemeinde zeigt Älpli-Wirtin an, Patent darf sie vorerst behalten
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Illegaler Anlass in Gommiswald Gemeinde zeigt Älpli-Wirtin an, Patent darf sie vorerst behalten

Im Älpli fand im März ein Treffen mit Corona-Skeptikern statt. Die Wirtin des Restaurants wurde nun von der Gemeinde Gommiswald angezeigt. Bei weiterem Missverhalten droht ihr zudem der Patententzug.

von
Michel Eggimann

Die Polizei rückte am 6. März zum Restaurant aus und führte Gespräche.

Youtube/Corona Mahnwachen

Darum gehts

  • Corona-Skeptiker trafen sich im März im Restaurant Älpli.

  • An der Veranstaltung nahmen rund 90 Leute teil.

  • Die Gemeinde Gommiswald hat nun die Wirtin angezeigt, ihr Patent darf sie vorerst behalten.

  • Laut der Staatsanwaltschaft läuft auch gegen den Organisator ein Strafverfahren.

Im Restaurant Älpli in Gommiswald trafen sich Anfang März rund 90 Personen zu einer Veranstaltung. Daran nahmen auch Corona-Skeptiker teil und es gab Reden. Die Polizei erschien vor Ort und führte Gespräche mit dem Organisator und der Wirtin, wie das Video zeigt. Zu diesem Zeitpunkt waren in solchen Innenräumen nur bis zu fünf Personen erlaubt. Die Kantonspolizei St. Gallen löste die Veranstaltung nicht auf. Man wollte eine Auseinandersetzung oder gar eine Eskalation verhindern.

Anzeige und schriftliche Verwarnung

Nun wurde die Wirtin des Restaurants angezeigt. Und zwar von der Gemeinde Gommiswald. In einer Medienmitteilung des Gemeinderats steht, man habe zwar Verständnis für die zurzeit schwierige Lage für die Gastgewerbebetriebe. Der Gemeinderat toleriere aber die Missachtung von geltenden Bestimmungen der Betriebsinhaberin nicht.

Neben der Anzeige bei der Staatsanwaltschaft wurde auch eine schriftliche Verwarnung ausgesprochen. Zuvor war auch von einem drohenden Patententzug für die Wirtin die Rede. Dazu der Gemeinderat: «Da bis dato die Betriebsinhaberin den Betrieb gesetzeskonform geführt hat, wäre ein direkter Patententzug nicht verhältnismässig.» Bei weiteren Missachtungen werde aber unmittelbar der Entzug des Patents zur Ausübung der gastgewerblichen Tätigkeit in Erwägung gezogen.

Bussen wurden zurückgeschickt

Beatrice Giger, Sprecherin der St. Galler Staatsanwaltschaft bestätigt den Eingang der Anzeige. Sie ergänzt, dass auch gegen den Organisator der Veranstaltung ein Strafverfahren laufe. Genauer dazu äussern könne sie sich aufgrund der laufenden Untersuchungen nicht.

Wie die Wirtin zur Onlinezeitung «Linth24» sagt, hätten bisher lediglich sechs der rund 90 Gäste des Anlasses eine Busse erhalten. Gegenüber 20 Minuten bestätigt sie, dass alle Bussen zurückgeschickt und nicht bezahlt wurden. Sie selbst sei sich bewusst, dass sie mit dem Anlass gegen eine geltende Verordnung verstossen habe, sie stelle aber die Rechtsgrundlage dieser in Frage.

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