Consulting-Mandate: Gemeinden ernten Kritik für Geheimniskrämerei
Aktualisiert

Consulting-MandateGemeinden ernten Kritik für Geheimniskrämerei

Beraterfirmen helfen St. Galler Gemeinden beim Sparen. Vieles bleibt dabei im Dunkeln. Nicht nur Linke sind beunruhigt.

von
tso
Das St. Galler Stadtparlament erhielt keine Informationen über die Zusammenarbeit des Stadtrats mit PwC. (Bild: ZVG)

Das St. Galler Stadtparlament erhielt keine Informationen über die Zusammenarbeit des Stadtrats mit PwC. (Bild: ZVG)

Das Sparpaket «Fit13plus» hat die Stadt St. Gallen zusammen mit der Beraterfirma Pricewaterhouse Coopers (PwC) erarbeitet. Gemäss dem Magazin «Saiten» hat der Stadtrat aber weder Stadtparlament noch Geschäftsprüfungskommission (GPK) ausreichend über das Sparpaket informiert.

Unverständnis bei allen Lagern

«Das ist heikel, erst recht wenn man bedenkt, wie viel PwC pro Stunde verlangt», sagt Monika Simmler, Präsidentin der SP Kanton St. Gallen. PwC kassierte für ihre Beratung 281 000 Franken. Über die von der Beraterfirma ausgearbeitete Sparstrategie schweigt sich der Stadtrat weiterhin aus. Auch Rorschach und St. Margrethen half PwC bei Verwaltungsaufgaben. Laut «Saiten» stand dort am Anfang eine geheime Sitzung mit PwC-Beratern.

«Eine Gemeinde ist kein privates Unternehmen», kritisiert Simmler. «Wenn die Stadt eine geheime Strategie hat, ist sie nicht mehr demokratisch.» Auch auf bürgerlicher Seite herrscht Unverständnis: «Dass die GPK nicht ausreichend informiert wurde, überrascht mich», so SVP-Kantonalpräsident Michael Götte.

Der Basler Staatsrechtsprofessor Markus Schefer sagt: «Es wäre besser für die politische Kultur, wenn Exekutiven von sich aus über die Zusammenarbeit mit Beratern informieren.» Eine Rechtsgrundlage für Informationspflicht sei deshalb wünschenswert.

Deine Meinung