Hagelraketen-Schutzschild: Gemeinden sperren sich
Aktualisiert

Hagelraketen-SchutzschildGemeinden sperren sich

Der Hagelabwehrverband will in der Ostschweiz ein Raketenschutzschild errichten. Einzelne Gemeinden wollen aber nicht zahlen – sie glauben nicht an die Wirkung der Raketen.

von
Raphael Labhart

Emil Müller, Projektleiter des Hagelabwehrverbands Ostschweiz, ist von den Hagelabwehrraketen überzeugt: Die mit Silberjodid gefüllten Geschosse würden die Wolken zum Ausregnen bringen, bevor Hagel entstehe. Damit sei schon viel Schaden verhindert worden, vor allem in der Landwirtschaft. «Jetzt wollen wir endlich einen flächendeckenden Einsatz der Raketen in Teilen der Kantone Thurgau und St. Gallen», so Müller. Das Problem: Zahlreiche Gemeinden wollen den Verband dabei nicht finanziell unterstützen.

Denn die Hagelraketen sind nicht unumstritten. «Es ist nicht wissenschaftlich bewiesen, dass Hagelabwehrraketen etwas nützen», sagt Roland Huser, Gemeindeschreiber von Amriswil, das nicht für die Abwehr zahlen will. Ähnlich sieht es zwar Jörg Schwarz, Vizedirektor der Versicherung Hagel Schweiz, sagt aber: «Wir verfolgen die Entwicklung aufmerksam. Sollte sich die Wirksamkeit langfristig bestätigen, könnten wir die Prämien in diesen Gebieten senken.»

Um mehr Befürworter zu gewinnen, führt der Hagelabwehrverband am Sonntag in Güttingen eine Sonderschau zum Thema durch.

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