Bern: Gemeinden tun sich schwer mit Einbürgerungskursen
Aktualisiert

BernGemeinden tun sich schwer mit Einbürgerungskursen

Was sollten echte Schweizer alles wissen? Darüber rätseln die bernischen Gemeinden, denn ab 2010 müssen sie Einbürgerungskurse anbieten.

von
Patrick Marbach

«Es ist ein riesiger Unterschied, ob man die Einbürgerungswilligen Jahreszahlen von Schlachten büffeln lässt oder ihnen die Grundzüge unseres Staats vermittelt», sagt Daniel Arn vom Verband Bernischer Gemeinden (VBG). Doch die Vorgaben des Kantons sind diesbezüglich äusserst vage. Klar ist nur, dass bloss zwei Monate bleiben, um die obligatorischen Schweizermacher-Kurse aufzugleisen. «Verschiedene Gemeinden haben uns deshalb um Hilfe gebeten», sagt Arn. Eine Arbeitsgruppe soll ihnen nun mit Empfehlungen unter die Arme greifen: «Es macht keinen Sinn, wenn jede Gemeinde das Rad neu erfindet und überall Kurse mit abweichenden Lerninhalten angeboten werden.»

Es zeichnet sich ab, dass die Berufsfachschulen in die Lücke springen könnten. Als Vorbild gilt die Schlossbergschule Spiez, die seit Jahren im Auftrag der Oberländer Gemeinden Kurse anbietet. Schulleiter Andreas Blaser betont: «Wir wollen die Teilnehmer nicht schikanieren, sondern ihnen das Leben in der Schweiz erleichtern.» Zuerst werden Sprachkenntnisse abgeklärt. Dann gehts in zwölf Lektionen um Alltagsrecht, Politik und Gesellschaft.

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