19.06.2015 12:39

Kanton ZugGemeinden wollen nach IT-Fiasko mitreden

Zuger Gemeinden haben eine IG für Informatikprojekte gegründet. Die Verwaltungsstelle soll bei künftigen IT-Beschaffungen verhindern, dass erneut viel Geld verloren geht.

Die Zuger Gemeinden wollen sich im Informatikbereich besser vernetzen.

Die Zuger Gemeinden wollen sich im Informatikbereich besser vernetzen.

Mit der neuen Interessengemeinschaft sollen Kompetenz und Fachwissen gebündelt werden – und damit die Konsequenzen aus dem Debakel um die Beschaffung einer neuen Software für die Einwohnerkontrollen gezogen werden. Denn: In Zusammenarbeit mit einer IT-Firma wollte die Zuger Regierung eine eigene Software für die Einwohnerkontrollen entwickeln. Sieben Jahre lang dauerte die Arbeit, bevor der Regierungsrat die Notbremse zog und das Projekt 2013 abbrach. 2,8 Millionen Franken waren bis dahin bereits ausgegeben worden.

Die Gemeinden seien in dieser von der Direktion des Innern geleiteten Software-Beschaffung zwar finanziell beteiligt gewesen, fachlich hätten sie aber kaum mitreden können, heisst es in der Mitteilung der Gemeindepräsidenten-Konferenz der Zuger Gemeinden vom Freitag.

Vernetzung kostet jährlich 200'000 Franken

Es habe an einem gemeinsamen Gremium gefehlt, das die Interessen der Gemeinden hätte vertreten können. Man wolle die Kräfte nun bündeln, damit so eine Panne nicht mehr passieren könne. Deshalb gründeten die elf Zuger Gemeinden die neue gemeinsame Verwaltungsstelle Interessengemeinschaft Gemeindeinformatik Zug (IGI Zug).

Diese soll künftig gemeinsame Informatikprojekte leiten, die Beschaffung von Hard- und Software optimieren und als Verhandlungspartner gegenüber dem Kanton und Dienstleistern fungieren. Finanziert wird die Stelle von allen Gemeinden gemeinsam, abhängig von der Einwohnerzahl. Sie kostet jährlich 200'000 Franken.

Auch die Schulen sollen eingebunden werden, wo die Informatik auch einen immer höheren Stellenwert einnimmt. Zudem können sich bei Bedarf auch gemeindenahe Betriebe wie die Feuerwehr oder Alters- und Pflegeheime anschliessen.

(SDA)

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