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Gemeindepräsident, Laienrichter, Vergewaltiger

Der ehemalige Gemeindepräsident von Rougemont VD muss wegen sexueller Nötigung und Vergewaltigung seiner Töchter und eines Nachbarskindes acht Jahre ins Gefängnis. Das Bundesgericht wies seinen Rekurs ab.

Der heute 61-Jährige hatte zwischen 1984 und 1998 drei seiner fünf Töchter sexuell missbraucht. Die Vergehen gegen seine zwei ältesten Töchter lagen zum Zeitpunkt der Urteilsfindung bereits in der Verjährung.

Im Jahr 1999 hatte der Mann ausserdem seine 10-jährige Nachbarin aufgefordert, mit ihm in einen Wald zu gehen. Dort vergewaltigte er sie.

Im Februar 2007 war der ehemalige Gemeindepräsident vor dem Waadtländer Kantonsgericht mit einem ersten Rekurs abgeblitzt. Die Rekursinstanz entschied, dass das Bezirksgericht ohne Willkür und unvoreingenommen zu seinem Urteil gefunden habe. Einen Rekurs gegen diesen Entscheid wies nun auch das Bundesgericht ab.

Ehemaliger Laienrichter

Die Verteidiger stellten ein Gutachten über die Glaubwürdigkeit der jungen Nachbarin in Frage. Sie forderten einen Freispruch für ihren Mandanten, da das Gericht nach dem Prinzip «im Zweifelsfall für den Angeklagten» entscheiden müsse. Ausserdem sei der Angeklagte von Anfang an als schuldig betrachtet worden.

Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung im Sommer 2004 wirkte der Verurteilte als Laienrichter am Kreisgericht Vevey. Der ehemalige Gemeindepräsident genoss Achtung und Respekt in seiner Region. In seiner Familie herrschten aber andere Zustände: Der Vater drohte seinen Töchtern sogar mit dem Tod, sollten sie mit jemandem über seine Taten sprechen.

(Urteil 6B_45/2007 vom 11. Juli 2007)

(sda)

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