29.06.2016 05:53

Geld fehltGemeinderäte wollen Zuger Chriesisturm retten

Weil der jährliche Beitrag der Stadt gekürzt wurde, ist die Zukunft des Chriesisturms unklar. Gemeinderäte eilen zur Hilfe – die IG Zuger Chriesi freuts.

von
gwa
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«Der Chriesisturm ist akut gefährdet. Es besteht die Gefahr, dass die IG Chriesi den Anlass finanziell nicht mehr stemmen kann», sagt Gemeinderat Philipp C. Brunner (SVP).

«Der Chriesisturm ist akut gefährdet. Es besteht die Gefahr, dass die IG Chriesi den Anlass finanziell nicht mehr stemmen kann», sagt Gemeinderat Philipp C. Brunner (SVP).

IG Zuger Chriesi
Per Postulat fordert Brunner zusammen mit CVP-Gemeinderat Hugo Halter deshalb finanzielle Unterstützung für den Chriesisturm.

Per Postulat fordert Brunner zusammen mit CVP-Gemeinderat Hugo Halter deshalb finanzielle Unterstützung für den Chriesisturm.

«Wir freuen uns sehr darüber und hoffen natürlich, dass das Anliegen im Parlament eine Mehrheit findet», sagt Ständerat Peter Hegglin, der die IG Zuger Chriesi präsidiert, zum Vorstoss. Behandelt wird das Postulat im Grossen Gemeinderat nach der Sommerpause.

«Wir freuen uns sehr darüber und hoffen natürlich, dass das Anliegen im Parlament eine Mehrheit findet», sagt Ständerat Peter Hegglin, der die IG Zuger Chriesi präsidiert, zum Vorstoss. Behandelt wird das Postulat im Grossen Gemeinderat nach der Sommerpause.

«D'Chriäsiglogggä lüütet, dä Chriäsisturm god lous!»: So tönt es alljährlich in Zug, wenn das Geläut der Kirche St. Michael die Reife der Kirschen und damit den Start der Ernte markiert. 2008 wurde der Brauch, der bis ins 17. Jahrhundert zurückgeht, nach rund 200 Jahren Pause erstmals wieder durchgeführt. Nun droht bereits wieder das Aus: In der Budgetdebatte kürzte der Grosse Gemeinderat der Stadt Zug den allgemeinen Beitrag an den Verein IG Zuger Chriesi, der den Chriesisturm organisiert, von 47'500 auf 30'000 Franken. In zwei Jahren solls dann gar kein Geld mehr geben.

«Der Chriesisturm ist akut gefährdet. Es besteht die Gefahr, dass die IG Chriesi den Anlass finanziell nicht mehr stemmen kann», sagt Gemeinderat Philip C. Brunner (SVP). Zusammen mit seinem CVP-Kollegen Hugo Halter fordert er deshalb per Postulat vom Stadtrat, dass dieser die IG mit jährlich 35'000 Franken für die Durchführung des Chriesisturms und des Chriesi-Märts unterstützt. Der Brauch trage auch zur Attraktivität der Zuger Altstadt bei: «Es ist ein publikumswirksamer Anlass, der unbedingt weitergeführt werden muss», so Brunner.

IG Zuger Chriesi freut sich über Unterstützung

«Wir freuen uns sehr darüber und hoffen natürlich, dass das Anliegen im Parlament eine Mehrheit findet», sagt Ständerat Peter Hegglin, der die IG Zuger Chriesi präsidiert, zum Vorstoss. Der gekürzte Beitrag der Stadt an die IG war auch bei der Generalversammlung im April ein Thema: Es gelte zu überprüfen, in welcher Form der Chriesisturm in Zukunft noch stattfinden könnte, hiess es dort. Mit dem im Postulat geforderten Beitrag hätte die IG wieder mehr Spielraum: «Damit hätten wir zumindest eine gute Basis, um die Durchführung des Chriesisturms mittel- bis langfristig zu sichern», sagt Hegglin.

«Der Chriesisturm ist ein wirklich schönes Fest, das auch bei der Bevölkerung beliebt ist», sagt auch Stadtpräsident Dolfi Müller. Der jährliche Beitrag war laut Müller als Starthilfe für die 2008 gegründete IG Zuger Chriesi gedacht: «Die Stadt wollte der IG in den ersten Jahren finanziell unter die Arme greifen», sagt er. Doch die IG müsse bald in die finanzielle Selbstständigkeit entlassen werden. Müller fände es schade, wenn der Chriesisturm wegen Geldmangels nicht mehr durchgeführt werden könnte: «Das Fest möchte man nicht missen.» Nach der Sommerpause werde der Grosse Gemeinderat über das Postulat befinden.

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