Weltmeister unter Druck: Gemeinsam gegen Vettel, lautet die Devise

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Weltmeister unter DruckGemeinsam gegen Vettel, lautet die Devise

Nach dem kleinen Rückschlag für Sebastian Vettel auf dem Nürburgring wittern seine Verfolger Morgenluft. McLaren und Ferrari wollen Red Bull in Ungarn «gemeinsam» auf die Pelle rücken.

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Fernando Alonso (l.) und Lewis Hamilton wollen den Rückstand in WM-Wertung auf Sebastian Vettel erneut verkürzen. (Bild: Keystone)

Fernando Alonso (l.) und Lewis Hamilton wollen den Rückstand in WM-Wertung auf Sebastian Vettel erneut verkürzen. (Bild: Keystone)

Ausgerechnet beim Heim-GP auf dem Nürburgring am vergangenen Sonntag stand Sebastian Vettel zum ersten Mal in dieser Saison nicht auf dem Podest. Mit Rang 4 hielt der Weltmeister den Schaden zwar in Grenzen, doch die Konkurrenz hat gesehen, dass auch bei Red Bull nicht immer alles nach Plan läuft. Auch im ersten Training zum GP von Ungarn nicht: Lewis Hamilton fuhr in beiden Trainings Bestzeit, Vettel konnte zweimal nicht ganz mithalten.

Noch ist der Rückstand in der WM-Wertung von Fernando Alonso im Ferrari und Lewis Hamilton im McLaren aber zu gross, dass man offen über den Titel sprechen könnte. «Red Bull ist noch immer die Referenz, sie sind die Favoriten», sagt Alonso vor dem GP auf dem Hungaroring. «Vettel hat aber einiges zu verlieren, wir dagegen überhaupt nichts mehr. Deshalb können wir immer alles riskieren. Schön wäre, wenn auch McLaren stark auftreten könnte, denn das käme unseren Chancen zugute.»

Gemeinsam gegen Vettel, lautet also die Devise für die Verfolger. Lewis Hamilton gibt sich im Gegensatz zu Alonso aber eher zurückhaltend und macht es sich in der Aussenseiterrolle gemütlich. «Am vergangenen Sonntag haben wir die Schwäche von Red Bull ausnutzen können. Hoffentlich ergeben sich mehr solcher Chancen», sagt der Brite, fügt aber an: «Ich schaue nicht auf die Gesamtwertung. Aus heutiger Sicht ist der Titel schon vergeben. Wir sind etwas spät dran mit unseren Verbesserungen.» Dass der extrem ehrgeizige Weltmeister von 2008 den Titelkampf wirklich schon aufgegeben hat, glaubt ihm aber niemand.

Ferrari hofft auf gutes Wetter

Auf dem Hungaroring, wo es kaum Überholmöglichkeiten gibt, ist das Qualifying extrem wichtig. Und dort war Red Bull in dieser Saison bislang eine Klasse für sich: Siebenmal stand Vettel auf der Pole Position, dreimal Mark Webber. Die Konkurrenz hofft auf hohe Temperaturen und gutes Wetter. Mit den weichen Reifen kommt zumindest Ferrari besser zurecht als mit den härteren. Und die grosse Abnützung während eines Hitzerennens könnte für interessante Strategien sorgen.

Vettel sieht dem Rennen in Budapest trotz allem gelassen entgegen. «Ich habe da keine Bedenken. Die Leute sind drauf und dran, das Auto schneller zu machen. Und Vorsprung hin oder her, eigentlich interessiert mich das nicht. Würde die WM jetzt losgehen, würde ich sie trotzdem gewinnen wollen», sagt der Weltmeister, der vor der vierwöchigen Sommerpause die Verhältnisse wieder klarstellen möchte.

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