Aktualisiert 05.07.2012 21:42

Neuer TrendGemeinsam Rüebli und Gurken pflanzen

Stadtgärten spriessen in Zürich wie wild: Zusammen mit anderen Leuten Gemüse und Obst zu ziehen, boomt.

von
Deborah Sutter
Der Garten auf dem Labitzke-Areal in Altstetten.

Der Garten auf dem Labitzke-Areal in Altstetten.

Mit den Händen in der Erde wühlen, Setzlinge einpflanzen und am Ende seine eigenen Rüebli oder Gurken ernten: Innert weniger Monate wurden in der Stadt mehrere Gemeinschaftsgartenprojekte ins Leben gerufen.

Eines davon ist der Stadiongarten auf der Hardturm-Brache: «Etwa 100 bis 200 Leute gärtnern bei uns mit», sagt Christian Müller von der regionalen Gartenkooperative Ortoloco, der den Stadiongarten seit März mitbetreut. Es seien vor allem Quartierbewohner, die die Beetkisten bepflanzten. Vom herkömmlichen Familiengarten unterscheide sich der Gemeinschaftsgarten: «Wir giessen etwa die Pflanzen anderer, wenn diese weg sind, und die obligate Fahnenstange findet man bei uns nicht», so Müller.

Grosses Interesse

Gross ist der Ansturm auch auf Frau Gerolds Garten, der eben erst neben den SBB-Gleisen eröffnet wurde: «Die Anfragen für den Gemeinschaftsgarten konnte ich noch nicht alle beantworten, es sind zu viele», sagt Mitbetreiberin Katja Weber. Die Idee hinter Frau Gerold – ein Mix aus Garten, Gastro und Kunst – sei, zu zeigen, dass Gärtnern keine Hexerei sei: «Wir wollen die Leute animieren, zu Hause einen Minigarten anzulegen.»

Ganz frisch in der Stadtgarten-Bewegung ist zudem der KulturGarten Labitzke in Alt­stetten und auch auf dem Dach der Neubausiedlung Kalkbreite soll ein Gemeinschaftsgarten entstehen. Weber: «Auch wer in der Stadt lebt, muss heute nicht mehr auf sein Stückchen Natur verzichten.»

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