Aktualisiert 06.03.2010 21:57

SiedlungspolitikGemeinsame Demo von Israeli und Palästinenser

In Ost-Jerusalem haben am Samstagabend rund 3000 israelische und palästinensische Demonstranten gegen die Siedlungspolitik Israels in diesem Teil der Stadt protestiert.

Die in linken und pazifistischen Gruppen organisierten Demonstranten versammelten sich im Stadtviertel Scheich Dscharrah, schwenkten rote Fahnen und riefen «Nein zur ethnischen Säuberung». Es handelte sich um die seit Jahrzehnten grösste Kundgebung gegen die israelische Siedlungspolitik in Ost-Jerusalem.

Ein massives Aufgebot der Sicherheitskräfte war aufmarschiert, um die Kundgebung zu überwachen. Ursprünglich hatte die Polizei den Protestzug verboten, doch setzten die Organisatoren vor dem Obersten Gerichtshof eine Aufhebung des Verbots durch.

In den vergangenen Monaten waren mehrere palästinensische Familien aus dem Viertel zugunsten israelischer Siedler verdrängt worden. Zur Begründung hatte es geheissen, die betreffenden Häuser seien vor der Gründung des Staates Israel 1948 in jüdischem Besitz gewesen.

Israel hatte Ost-Jerusalem im Sechs-Tage-Krieg 1967 besetzt und später annektiert. In der Folge entstanden dort ein Dutzend neuer Stadtviertel, in denen heute rund 200 000 Israelis leben.

(sda)

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