In eigener Sache: Gemeinsame Online- und Printredaktion
Aktualisiert

In eigener SacheGemeinsame Online- und Printredaktion

Tamedia legt aus Spargründen die Redaktionen von 20 Minuten Online und Print unter der Leitung des bisherigen Print-Chefredaktors Marco Boselli zusammen.

20 Minuten will eine gemeinsame Redaktion für Print- und Online schaffen.

20 Minuten will eine gemeinsame Redaktion für Print- und Online schaffen.

Sparrunde bei «20 Minuten»: Tamedia will bis im zweiten Halbjahr 2013 deutliche Kostensenkungen erreichen. Online- und Printredaktion werden deshalb zusammengelegt und neu vom bisherigen Print-Chefredaktor Marco Boselli (47) geleitet.

Der bisherige Online-Chefredaktor Hansi Voigt wird das Medienhaus Tamedia voraussichtlich Ende November verlassen. Entlassen wurde der 49-Jährige aber nicht, wie Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer auf Anfrage der SDA betonte.

Voigt sei der Meinung gewesen, dass die neue, integrierte Redaktion nur von einer einzigen Person geleitet werden sollte. Als sich die Verantwortlichen für Boselli aussprachen, entschloss sich Voigt dazu, seinen Arbeitgeber zu verlassen. Tamedia dankt ihm in einer Mitteilung vom Donnerstag für seine hervorragende Arbeit.

Umbau bis Dezember

Die Online- und Printausgaben von «20 Minuten» haben seit einigen Jahren bereits gemeinsame Wirtschafts- und Unterhaltungsressorts. Nun werden auch die anderen Ressorts zusammengelegt. Der Umbau soll im Dezember vollzogen werden.

Grund für die Umstrukturierung sind nicht nur die immer stärker werdende Vermischung von Print und Online, sondern nicht zuletzt die zu hohen Kosten der beiden Redaktionen.

«Kündigungen nicht ausgeschlossen»

Wie viel Tamedia sparen will, gibt das Medienhaus nicht bekannt. Die Sparrunde soll aber bis im zweiten Halbjahr 2013 abgeschlossen sein. Man werde einzelne Stellen deshalb nicht mehr besetzen, sagte Zimmer. «Auch einzelne Kündigungen sind nicht ausgeschlossen.»

Die Mediengewerkschaft Syndicom reagierte besorgt auf die Fusions- Nachricht. Die Konvergenz von Print und Online dürfe nicht als Sparprojekt missbraucht werden, schreibt sie in einer Mitteilung. In den letzten Jahren seien bereits verschiedene Redaktionen von Sparprogrammen heimgesucht und geschröpft worden. Weitere Entlassungen gelte es unbedingt zu vermeiden.

(sda)

Auch «Finanz und Wirtschaft» streicht Stellen

Den Rotstift setzt Tamedia auch bei der Wirtschaftszeitung «Finanz und Wirtschaft» an. Wie Chefredaktor Mark Dittli gegenüber der Nachrichtenagentur AWP sagte, werden sieben bis acht Stellen eingespart. Es komme zu Entlassungen, Frühpensionierungen und vereinzelten Pensenreduktionen.

Der Verlag muss 0,5 Stellen einsparen, der Rest geht zulasten der Redaktion. Gegenwärtig zählt die «FuW»-Redaktion noch 45 Vollzeitstellen. Dittli begründet die Massnahmen mit dem «extrem harten Umfeld» und dem tiefen Inseratevolumen. Wie viel die Zeitung einsparen muss, gibt Tamedia nicht bekannt. (sda)

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