Aktualisiert 20.09.2013 12:21

Eigenanbau

Gemüse aus der Stadt kann giftig sein

Je nach Standort enthält selbstgezüchtetes Gemüse neben Vitaminen auch Giftstoffe. Eine Studie hat überhöhte Werte bewiesen.

von
Fee Riebeling
Wer ein Beet anlegen will, sollte zuerst den Standort prüfen.

Wer ein Beet anlegen will, sollte zuerst den Standort prüfen.

Gemüse aus eigenem Anbau ist auch bei Städtern beliebt. Doch die private Ernte ist nicht immer gesünder als die Ware aus dem Supermarkt. So ist Gemüse, das in der Nähe von Strassen wächst, oft mit Schwermetallen wie Blei, Cadmium oder Quecksilber belastet (siehe Box).

Das hat die Biologin Ina Säumel von der Technischen Universität Berlin (D) in Berliner Stadtgemüse nachgewiesen. In Quartieren mit viel Verkehr wurden die EU-Grenzwerte für Blei bei über 60 Prozent der Proben überschritten – ein Relikt aus der Zeit als Benzin noch verbleit war.

Schadstoffe selbst in den Boden eingebracht

Doch auch abseits der Strassen ist selbstgezüchtetes Gemüse nicht immer unbedenklich, wie die Untersuchung des Amts für Umwelt in Freiburg zeigt. «Neun von 27 Böden enthielten problematische Schwermetalle. Bei zwei weiteren war der Bleigehalt so hoch, dass die Gemüsegärten geschlossen werden mussten», sagt Studienleiterin Barbara Gfeller.

Die Belastungen sind nicht nur auf die Abgase von Verkehr und Industrie zurückzuführen. «Eine grössere Rolle als die Lage spielt die frühere Bewirtschaftung der Gärten», so die Expertin. Viele Hobbygärtner hätten die Schadstoffe selbst in den Boden eingebracht. Etwa durch unsachgemässen Einsatz von Dünger oder durch das Ausbringen von belasteter Asche.

Wer für sein Gemüse nur das Beste will, sollte sich an die kantonalen Fachstellen für Bodenschutz wenden. Oder laut Berliner Studie Hecken um die Beete pflanzen. Denn diese binden zumindest die Giftstoffe aus der Luft.

Warum sind Schwermetalle ein Problem?

Der menschliche Organismus kann Schwermetalle weder abbauen noch ausscheiden. Deshalb lagern sich diese im Körper ab. Das hat Folgen für die Gesundheit. Je nach Metall sind Gehirn, Blut, Knochen, Nieren und peripheres Nervensystem betroffen. Die Giftstoffe können in bestimmten Fällen zwar mit Hilfe von Medikamenten aus dem Körper entfernt werden. Diese haben jedoch Nebenwirkungen und sollten nicht einfach so verwendet werden.

(fee)

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